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Disziplinschwierigkeiten & strafbare Handlungen

 

 Kontakt

 
  • Departement Bildung, Kultur und Sport
    Abteilung Volksschule
    Sektion Organisation
    Bachstrasse 15
    5001 Aarau
    Tel.: 062 835 21 10
    Fax: 062 835 21 19
    so.volksschule@ag.ch

    Öffnungszeiten:
    Montag bis Freitag
    08:00 - 12:00 Uhr und
    13:30 - 17:00 Uhr​


 

 Mehr zum Thema

 
 

 Rechtliche Grundlagen

 

Prävention

Eine Schulkultur, in der respektvoll und fair miteinander umgegangen wird und in der auf unerwünschtes Verhalten konsequent reagiert wird, leistet einen wesentlichen Beitrag zur Vermeidung von disziplinarischen Problemen bis hin zu Gewaltvorfällen und strafbaren Handlungen. Die Gesundheitsförderung hat u. a. das Ziel, durch die Stärkung von so genannten Lebenskompetenzen einen produktiven Umgang mit Konflikten und schwierigen Situationen zu fördern.

Disziplinarmassnahmen

Störungen des Unterrichts und Disziplinschwierigkeiten gehören zum Schulalltag. Kleineren Störungen und Verstössen kann mit einfachen Wenn-Dann-Interventionen begegnet werden. Wenn die Schwierigkeiten andauern oder zunehmend komplexer werden, so sind situationsangepasste Kombinationen von Förderung und Fordern, Stärken und Strafen, Hinschauen und Handeln angezeigt, die alle Beteiligten mit einbeziehen.

Leitfaden Disziplinarmassnahmen: Leitfaden für Behörden & Schulleitungen

Schulausschluss

Der Schulausschluss kann angewendet werden, wenn alle anderen Disziplinarmassnahmen ausgeschöpft wurden oder eine akute Gefährdung besteht.

Es empfiehlt sich, rechtzeitig die Schulaufsicht sowie externe Fachstellen wie den Schulpsychologischen Dienst, die Schulsozialarbeit und evtl. die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) einzubeziehen. Sinnvoll ist ein "runder Tisch", an dem alle Beteiligten ihre Massnahmen gemeinsam absprechen und koordinieren. Dies betrifft die Eltern, die Schülerin/den Schüler, die involvierten Behörden, Lehrpersonen und Dienste.

Dauer und Meldepflicht

Die Schulpflege kann einen Schulausschluss bis höchstens 6 Schulwochen anordnen. Dieser muss der Schulaufsicht gemeldet werden. Grundlage ist § 17 der Verordnung über die Volksschule.

Schulausschluss bis 6 Wochen melden

Ein Schulausschluss von 7–12 Schulwochen kann nur vom Departement BKS angeordnet werden. Die Schulpflege stellt in diesem Fall Antrag an das Departement. Das Departement BKS prüft den Antrag und hört die Eltern vorgängig an (rechtliches Gehör). Der Entscheid des Departements BKS kann mittels Beschwerde an den Regierungsrat weitergezogen werden.

Schulausschluss ab 7 Wochen beantragen

Gemäss § 38d Abs. 2 des Schulgesetzes kann ein Schulausschluss auch während eines laufenden Verfahrens um die Einweisung in ein Erziehungsheim verfügt werden. Auch dieser Schulausschluss kann nur vom Departement BKS verfügt und muss entsprechend beantragt werden.

Schulausschluss für die Dauer des Verfahrens um Einweisung in ein Erziehungsheim beantragen

Beschäftigung und Kosten

Die Eltern sorgen mit Hilfe der Schulleitung für eine angemessene Beschäftigung und für die Sicherstellung des schulischen Lernens während des Schulausschlusses. Die Wiedereingliederung wird rechtzeitig mit der Schulleitung geplant. Die Kosten tragen die Eltern.

Regionale Spezialklassen

Die Regionale Spezialklasse wird in Baden geführt. Sie befindet sich ausserhalb der Schulanlagen und schafft somit Abstand zur verfahrenen Alltagssituation. Der Aufenthalt in der regionalen Spezialklasse dauert maximal ein halbes Jahr. Erklärtes Ziel ist, nach dem Abschluss wieder in eine Regelklasse einzutreten. Deshalb bleiben die Jugendlichen während des Aufenthalts an ihrer Herkunftsschule angemeldet. Diese stellt auch das Zeugnis aus und sorgt dafür, dass die Regelklasse auf die Wiederaufnahme vorbereitet wird.

Flyer – Informationen zum Angebot

Für regionale Spezialklasse anmelden

Die Arbeit in der regionalen Spezialklasse wird in der Regel durch flankierende, therapeutische Massnahmen wie die multisystemische Therapie (MST) oder Hometreatment Aargau (HotA) ergänzt. 

Wegweisung von der Schule nach vollendeter Schulpflicht

Die Schulpflicht dauert neun Jahre oder bis zum erfolgreichen Abschluss einer Grundausbildung an der Volksschule, längstens jedoch bis zur Vollendung des 16. Altersjahrs (vgl. § 4 Abs. 1 Schulgesetz). Konkret kann die Schulpflicht somit in der 2. Klasse der Oberstufe erfüllt sein, weil die Schülerin oder der Schüler beispielsweise die Einschulungsklasse besucht und einmal repetiert hat. Das Recht auf eine abgeschlossene Grundausbildung erlaubt es dem Kind aber, die Schule bis zum Abschluss einer 4. Klasse der Oberstufe zu besuchen.

Recht auf eine abgeschlossene Grundausbildung

Schülerinnen und Schüler haben grundsätzlich das verfassungsmässige Recht auf eine abgeschlossene Grundausbildung. Diese ist mit der 3. Klasse der Oberstufe (3. Real, 3. Sek., 3. Bez.) oder dem Berufswahljahr, dem Werkjahr oder der Integrations- und Berufsfindungsklasse abgeschlossen.

Das Recht auf die abgeschlossene Grundausbildung ist hoch zu achten, denn ohne abgeschlossene Grundausbildung ist der Weg in die Berufsbildung äusserst schwierig. Auch der Besuch eines 10. Schuljahrs an der Kantonalen Schule für Berufsbildung setzt den Besuch einer 3. Klasse der Oberstufe voraus.

Nur wenn der weitere Verbleib der Schülerin oder des Schülers für die übrigen Klassenteilnehmerinnen beziehungsweise Klassenteilnehmer und die Lehrpersonen unzumutbar ist, darf der Schülerin oder dem Schüler das Recht auf die abgeschlossene Grundausbildung beschnitten werden, indem er oder sie gemäss § 38c lit. g des Schulgesetzes von der Schule weggewiesen wird. Disziplinarische Vergehen wie zum Beispiel Rauchen auf dem Schulhausareal genügen dafür nicht. Es muss eine Abwägung zwischen dem Recht auf eine abgeschlossene Grundausbildung und dem Interesse an einem geordneten Schulbetrieb stattfinden. Des Weiteren müssen bereits andere Massnahmen ergriffen worden sein, die aber nicht zu einer Verhaltensänderung geführt haben.

Bestätigung & Anmeldung beim Team 1155

Schülerinnen und Schüler, die die Schulpflicht erfüllt haben, aber die Grundausbildung nicht abschliessen, ist dies schriftlich mit einem Dokument zu bestätigen. Nur so können solche Jugendliche von der Arbeitslosenkasse und deren Programmen aufgefangen werden. Das Risiko, dass diese Jugendlichen den Übertritt in eine Anschlusslösung nicht dauerhaft meistern werden, ist als sehr hoch einzustufen. Es empfiehlt sich deshalb, diese Heranwachsenden beim Team 1155 anzumelden.

Strafrechtliche Massnahmen

Im Schulalltag werden disziplinarische Vergehen von strafbaren Handlungen unterschieden.

Strafbare Handlung sind im Schweizerischen Strafgesetzbuch sowie in verschiedenen Nebengesetzen (z. B. im Betäubungsmittelgesetz) formuliert (z. B. Diebstahl, Sachbeschädigung oder Körperverletzung). Liegt eine strafbare Handlung vor, kommen jugendrechtliche Sanktionen zur Anwendung.

Seit Januar 2011 gelten die neue Schweizerische Strafprozessordnung und die neue Schweizerische Jugendstrafprozessordnung. Aufgrund dieser gesetzlichen Grundlagen ist die Jugendanwaltschaft als Strafverfolgungsbehörde für alle Fälle verantwortlich, in die Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 18 Jahren als mutmassliche Straftäterinnen und Straftäter involviert sind. Die Jugendanwaltschaft ist auch verpflichtet, die zuständige Schulleitung über die von ihren Schülerinnen und Schülern begangenen Straftaten zu informieren. Die Schulpflegen haben im Zusammenhang mit strafbaren Handlungen keine Funktion mehr.

 
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