Revision Lohnsystem Lehrpersonen und Schulleitungen Volksschule

Vier Würfel mit Buchstaben

Das Lohnsystem der kantonal besoldeten Lehrpersonen sowie der Schulleitenden an der Volksschule wird per 1. Januar 2022 revidiert.

Zu den wesentlichen Neuerungen des vom Grossen Rat beschlossenen Lohnsystems gehören:

  • Umstellung von Alterslohn zu Erfahrungslohn
  • Erreichen des Lohnmaximums nach 32 Erfahrungsstufen (bisher je nach Funktion 39 bis 44 Altersstufen)
  • jährlicher Stufenanstieg, der in den ersten 14 Berufsjahren eine bedeutend grössere Lohnentwicklung vorsieht als im bisherigen Lohnsystem
  • Differenzierungen bei den einzelnen Funktionen aufgrund einer zeitgemässen Funktionsbewertung

Die Mehrheit der Lehrpersonen wird künftig mehr Lohn erhalten. Dafür stehen ab 2022 jährlich rund 63 Millionen Franken mehr für die gesamte Lohnsumme zur Verfügung. Damit werden die Löhne der Aargauer Lehrpersonen im interkantonalen Durchschnitt wieder konkurrenzfähig.

Lohntabelle per 1. Januar 2022

Die neue Lohntabelle ist gültig ab 1. Januar 2022. Massgebend für die individuelle Lohnfestlegung ist künftig die Erfahrungsstufe und nicht mehr das reine Lebensalter.

Lohntabelle gültig ab 1. Januar 2022 (PDF, 1 Seite, 64 KB)

Lohnstufe und Minimalalter pro Funktion

Jede Funktion ist einer Lohnstufe zugeordnet und für jede Lohnstufe wird ein Minimalalter definiert. Im künftigen Lohnsystem werden aufgrund einer zeitgemässen Funktionsbewertung gewisse Funktionen stärker differenziert.

Funktionsbeschriebe: Differenzierung Funktionen des ab 1. Januar 2022 gültigen Lohnsystems (PDF, 3 Seiten, 250 KB)

Das Minimalalter entspricht dem Alter, das üblicherweise bei Abschluss einer nahtlosen Absolvierung der Ausbildung erreicht wird.

Funktionen mit Minimalalter und Lohnstufe (PDF, 1 Seite, 32 KB)

Überführung von Lehrpersonen mit aktiven Anstellungen per 31. Dezember 2021

Mit dem neuen Lohnsystem gilt nicht mehr das Lebensalter als relevante Grösse für die individuelle Lohneinstufung, sondern neu die sogenannte Erfahrungsstufe. Das bedeutet, dass für alle Lehrpersonen, welche aktuell im Aargauer Lohnsystem sind, das Lebensalter in eine Erfahrungsstufe umgerechnet wird. Diese Berechnung erfolgt für alle aktuell im Lohnsystem verweilenden Lehrpersonen nach demselben Muster und es wird nicht jeder Lebenslauf individuell geprüft.

Sämtliche Anstellungen, welche per 31. Dezember 2021 bereits bestanden haben, werden per 1. Januar 2022 gemäss den Übergangsbestimmungen in § 41e LDLP überführt. Zur Berechnung der individuell massgebenden Erfahrungsstufe wird vom aktuellen Lebensjahr das je nach ausgeübter Funktion definierte Mindestalter abgezogen.

Der verbleibende Rest (= potenzielle Erfahrungsjahre) wird gemäss nachfolgender Tabelle in Erfahrungsstufen umgerechnet.

Überführung von Lehrpersonen mit aktiven Anstellungen per 31. Dezember 2021 (PDF, 2 Seiten, 58 KB)

Zur Seite "Überführungsarbeiten"

Tool zur Ermittlung des künftigen Lohns

Der individuelle jährliche Bruttolohn per 1. Januar 2022 für Anstellungen, die per 31. Dezember 2021 bereits bestanden haben, kann unter nachfolgendem Link ermittelt werden. Hierfür müssen Jahrgang, Funktion sowie Pensum angegeben werden.

Die Erfahrungsstufe der Lehrpersonen und Schulleiterinnen bzw. Schulleiter, die nach dem 1. Januar 2022 ins Aargauer Lohnsystem eintreten, wird aufgrund der bis dato geleisteten Berufserfahrung individuell ermittelt. Diese können nicht im Tool nachgesehen werden.

Besitzstand

Bei einzelnen Lehrpersonen liegt der bisherige Bruttolohn über dem Überführungslohn. In diesen Fällen haben Lehrpersonen, die per Stichtag 1. Januar 2022 mindestens 5 Jahre ununterbrochen im Kanton Aargau unterrichtet haben, Anspruch auf Besitzstand. Der Besitzstand wird längstens bis zum Ende des Schulhalbjahres, in dem die Lehrperson das 65. Altersjahr vollendet, gewährt.

Marktzulage

Eine Marktzulage von 3 % wird bei jenen Funktionen ausgerichtet, bei welchen eine bedeutende Abweichung zum Durchschnitt der definierten umliegenden Vergleichskantone besteht. Es sind dies die nachfolgenden Funktionen:

  • Lehrpersonen Mittelschule
  • Lehrpersonen Berufsfachschulen – Berufskunde (Haupt- und Nebenamt)
  • Lehrpersonen Berufsfachschulen – Allgemeinbildender Unterricht ABU
  • Lehrpersonen Berufsmittelschulen
  • Lehrpersonen kantonale Schule für Berufsbildung

Der Regierungsrat entscheidet periodisch über die Höhe und Zeitdauer der Arbeitsmarktzulage.

Lohneinstufung bei Neuanstellung oder Funktionswechsel ab 1. Januar 2022

Bei Neueintritten ins System und bei Funktionswechseln wird für die individuelle Lohneinstufung künftig die Erfahrungsstufe bestimmt. Dabei wird die für die Funktion relevante Berufserfahrung angemessen berücksichtigt.

Bei der Berechnung der Erfahrungsstufe wird folgendermassen differenziert:

Berufserfahrung

Für die Funktion relevante Berufserfahrung wird mit 0,8 Punkten pro Jahr angerechnet: Dies bezeichnet die Berufserfahrung, die zur Ausübung der Funktion erforderlich ist. Bei den Lehrpersonen aller Funktionen ist dies die Unterrichtserfahrung an der Volksschule, an der Sekundarstufe II sowie an der Tertiärstufe. Dabei wird auch Unterrichtserfahrung in anderen Kantonen, im Ausland, an einer anderen Schulstufe sowie an staatlich genehmigten Privatschulen berücksichtigt. Bei den Lehrpersonen der Sekundarstufe II sowie der Tertiärstufe wird neben der Unterrichtserfahrung auch die ausserschulische, jedoch fachspezifische relevante Berufserfahrung mit 0,8 Punkten angerechnet. Bei den Schulleitenden wird sowohl die Berufserfahrung als Schulleitende als auch die Berufserfahrung als Lehrperson angerechnet. Das Mindestpensum für eine anrechenbare Anstellung liegt bei 30 %.

Lebenserfahrung

Lebenserfahrung respektive Jahre ohne Lehrtätigkeit: Die Jahre, in denen die Lehrperson hauptsächlich andere Tätigkeiten als Unterrichten ausgeübt hat, werden zu 0,4 Punkten pro Jahr angerechnet. Darunter fallen sämtliche ausserschulischen Tätigkeiten (zum Beispiel Berufserfahrung ausserhalb der Lehrtätigkeit, Betreuung eigener Kinder, Weiterbildung etc.). Bei Quereinsteigenden wird die ausserschulische Erfahrung zu 0,6 Punkten angerechnet.

Die Instrumente für die individuelle Lohneinstufung werden im Herbst 2021 den Anstellungsbehörden zur Verfügung gestellt.

Dieser Inhalt richtet sich an

Schulleitung, Schuladministration,