Coronavirus – Informationen für Schulen im Aargau

Grüner Virus

Die Ausbreitung des Coronavirus in Europa und in der Schweiz schreitet voran. Bund, Kantone und auch das Departement Bildung, Kultur und Sport stehen deshalb in erhöhter Bereitschaft. Der Präsenzunterricht an allen Schulen wird per sofort ausgesetzt.

Gemäss aktueller Einschätzung des Bundesamts für Gesundheit stuft der Bundesrat die Lage für die Bevölkerung in der Schweiz zurzeit als "ausserordentliche Lage" gemäss Epidemiengesetz ein. Seitens Behörden ist es wichtig, Ruhe zu bewahren und den Anweisungen und Empfehlungen des Bundesamts für Gesundheit (BAG) sowie des Kantonsärztlichen Dienstes Folge zu leisten. Der Regierungsrat und die mit dem Thema Coronavirus befassten Stellen des Kantons analysieren die Entwicklung der Lage fortlaufend.

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Aussetzen des Präsenzunterrichts bis zum 19. April 2020

Der Bundesrat hat heute bekannt gegeben, dass der Präsenzunterricht an allen Schulen ab nächstem Montag, 16. März untersagt ist. Damit sind die Berufsschulen bis am 19. April geschlossen. Ebenso finden keine überbetriebliche Kurse statt. Der Unterricht soll aber wo möglich über digitale Kanäle fortgesetzt werden. Die Umsetzung dieser Massnahmen liegt in der Verantwortung der Rektoren. Die Aufnahmeprüfungen für die Berufsmaturität finden wie geplant statt. Informationen zum Qualifikationsverfahren folgen zu einem späteren Zeitpunkt.

Schreiben an Lehrpersonen vom 16. März 2020 (PDF, 212 KB) (öffnet in einem neuen Fenster)

Kein Präsenzunterricht an allen Schulen

Seit dem 16. März ist der Präsenzunterricht an allen Schulen untersagt. Diese Massnahme gilt für alle öffentlichen und privaten Schulen. Sie gilt neu bis zum 19. April 2020.

Fernunterricht und begleitetes Selbststudium

Die Berufsfachschulen sind angehalten, den Unterricht wenn möglich in anderen Formen fortzusetzen und ihren Lernenden Unterrichtsmaterialien und Arbeitsaufträge in elektronischer Form zur Verfügung zu stellen. Die Lernenden dürfen an den üblichen Schultagen somit grundsätzlich nicht für Arbeiten im Lehrbetrieb eingesetzt werden. Ob die Lernenden ihre schulischen Arbeiten zuhause oder im Lehrbetrieb erledigen, kann direkt von den Lehrbetrieb und Lernenden entschieden werden. Sollte eine Beschulung in dieser Form nicht oder nur in reduziertem Umfang möglich sein, sind die Lernenden dagegen verpflichtet, in ihrem Lehrbetrieb zu arbeiten. Im Fall von Unklarheiten hinsichtlich Art und Umfang der schulischen Aufträge an die Lernenden, wird den Lehrbetrieben empfohlen, sich direkt mit der zuständigen Berufsfachschule in Verbindung zu setzen

Häufige Fragen und Antworten

Im Krankheitsfall / Selbst-Isolation
Arztzeugnis / Meldepflicht
Lohnfortzahlung
Veranstaltungen

Krankheitsfall / Umgang Risikogruppen

Eine Lehrperson hat Krankheitssymptome wie Husten (trockener Reizhusten), Halsschmerzen, Kurzatmigkeit und/oder Fieber, Fiebergefühl, Muskelschmerzen. Was ist zu tun? (Stand: 23.03.2020)

Die Lehrperson bleibt zu Hause und vermeidet möglichst den Kontakt zu anderen Personen. Beachten Sie bitte die Anweisungen zur Selbstisolation des Bundesamts für Gesundheit (BAG).

Die Lehrperson nimmt umgehend Kontakt auf mit der Schulleitung und meldet ihre Selbstisolation. Nach Möglichkeit und je nach Gesundheitszustand steht die Lehrperson weiterhin für Aufträge der Schulleitung, die von zu Hause erledigt werden können, zur Verfügung.

Nachdem die Lehrperson 48 Stunden lang keine Krankheitssymptome mehr hatte und seit den ersten Symptomen mindestens 10 Tage vergangen sind, kann sie die Isolation aufheben.

Anweisung BAG zur Selbst-Isolation

Eine Lehrperson lebt im gleichen Haushalt oder war intim mit einer Person mit einer akuten Atemwegserkrankung (Husten, Halsschmerzen, Kurzatmigkeit) und/oder Fieber, Fiebergefühl, Muskelschmerzen. Was ist zu tun? (Stand: 23.03.2020)

Die Lehrpersonen sollen gemäss behördlicher Empfehlung für mindestens 10 Tage zu Hause bleiben, auch wenn sie beschwerdefrei ist. Sie informiert die Schulleitung und steht für Aufträge der Schulleitung, die von zu Hause aus erledigt werden können, zur Verfügung. Sollte sich der Gesundheitszustand der Lehrperson verschlechtern bzw. sollten starke Beschwerden auftreten, ist eine telefonische ärztliche Kontaktaufnahme gemäss behördlicher Empfehlung angezeigt. Die Lohnfortzahlung bleibt bestehen, da es sich um eine durch die Schule/die Behörden angeordnete Abwesenheit handelt.

Anweisungen BAG zur Selbstquarantäne

Die Lehrperson befindet sich zuhause in Selbstquarantäne bzw. Selbstisolation. Ist sie somit arbeitsunfähig? (Stand: 12.03.2020)

Sind keine Krankheitssymptome vorhanden, können die betroffenen Lehrpersonen trotzdem Arbeitsleistungen (z.B. Aufträge der Schulleitung, die zu Hause erledigt werden können) erbringen. Falls Krankheitssymptome vorhanden sind, ist die betroffene Lehrperson arbeitsunfähig infolge Krankheit.

Was ist bei der Betreuung kranker Kinder und pflegebedürftiger Angehöriger zu beachten? (Stand: 19.03.2020)

Lehrpersonen erhalten für die Betreuung kranker eigener Kinder bis zu zwei Tagen bezahlten Urlaub pro Krankheitsfall. Es besteht dieselbe Meldepflicht wie bei eigener Krankheit.

Bei Vorliegen wichtiger persönlicher Gründe kann die Anstellungsbehörde weiteren bezahlten Urlaub bis maximal fünf Tage pro Jahr beispielsweise auch für die Betreuung kranker, pflegebedürftiger Angehöriger gewähren (VALL § 41).

Wie werden Lehrpersonen geschützt, die zu den besonders gefährdeten Personengruppen gehören? (23.03.2020)

Besonders gefährdete Lehrpersonen erfüllen die Aufträge der Schulleitung von zu Hause aus. Ist dies gar nicht möglich, werden sie von der Anstellungsbehörde unter Lohnfortzahlung beurlaubt.

Wie haben besonders gefährdete Lehrpersonen vorzugehen? (23.03.2020)

Falls die Kriterien für besonders gefährdete Personen zutreffen, haben betroffene Lehrpersonen dies gegenüber der Schulleitung per persönlicher Erklärung mitzuteilen. Die Anstellungsbehörde kann ein ärztliches Attest verlangen.

Arztzeugnis / Meldepflicht

Wie ist die Meldepflicht bei Krankheit? Besteht während der Corona-Gefährdungslage eine Sonderregelung? (Stand: 13.03.20)

Es besteht diesbezüglich keine Sonderregelung. Die Lehrperson muss der Schulleitung sofort Meldung über die Erkrankung machen und sich abmelden. Dasselbe gilt für den Fall, dass sich eine Lehrperson in die freiwillige Quarantäne begeben sollte, weil eine andere Person im selben Haushalt erkrankt ist.

Kann die Schulleitung von Lehrpersonen ein Arztzeugnis verlangen? (Stand: 13.03.2020)

Um das Gesundheitswesen nicht zusätzlich zu belasten, werden Arbeitsunfähigkeits-Zeugnisse in der aktuellen Situation zurückhaltend verlangt. In der Regel benötigen krankheitsbedingte Abwesenheiten bis zu zehn Arbeitstagen keine ärztliche Bestätigung. Sie können jedoch von der Schulleitung verlangt werden.

Besteht eine Meldepflicht für besonders gefährdete Lehrpersonen? (23.03.2020)

Ja, es ist Sache der besonders gefährdeten Lehrperson, diesen Umstand bekannt zu machen. Die Anstellungsbehörde darf den Gesundheitszustand der Mitarbeitenden nicht systematisch erfragen. Die Angaben werden streng vertraulich behandelt.

Lohnfortzahlung

Erhalten am Coronavirus erkrankte Lehrpersonen, die ihre Arbeit nicht mehr verrichten können, trotzdem Lohn? (Stand: 13.03.2020)

Ja. Der Anspruch auf Lohnfortzahlung bei Krankheit richtet sich nach § 19 LDLP.

Haben Lehrpersonen einen Lohnanspruch, wenn sie nach ihren Ferien nicht zurück in die Schweiz reisen bzw. den Arbeitsort nicht erreichen können? (Stand: 13.03.2020)

Der Arbeitgeber ist nicht zu einer Lohnfortzahlung verpflichtet, wenn beispielsweise öffentliche Verkehrsmittel nicht fahren oder eine Rückreise verunmöglicht ist.

Wie ist die Lohnfortzahlung bei der Betreuung kranker Kinder und pflegebedürftiger Angehöriger geregelt? (Stand: 19.03.2020)

Lehrpersonen erhalten für die Betreuung kranker eigener Kinder bis zu zwei Tagen bezahlten Urlaub pro Krankheitsfall. Es besteht dieselbe Meldepflicht wie bei eigener Krankheit.

Bei Vorliegen wichtiger persönlicher Gründe kann die Anstellungsbehörde weiteren bezahlten Urlaub bis maximal fünf Tage pro Jahr beispielsweise auch für die Betreuung kranker, pflegebedürftiger Angehöriger gewähren (VALL § 41).

Haben Lehrpersonen Anspruch auf Lohn, wenn Schulen geschlossen werden und sie ihre gesunden Kinder betreuen müssen? (Stand: 19.03.2020)

Gemäss § 41 VALL kann die Anstellungsbehörde bei Vorliegen wichtiger persönlicher Gründe für die Betreuung der Kinder in einer Ausnahmesituation bis zu 5 Tage bezahlten Kurzurlaub pro Jahr sprechen.

Haben Lehrpersonen Anspruch auf Lohn, wenn sie auf behördliche Anordnung (nicht von Arbeitgeber) zu Hause oder anderswo in Quarantäne bleiben müssen (z.B. Abriegelung einzelner Gebiete)? (Stand: 12.03.2020)

In diesem Fall ist der Lohnanspruch gegeben.

Die Arbeitsleistung kann eingefordert werden, (z.B. Aufbereiten von Unterrichtsmaterialien/Aufgabenstellungen oder Aufträge durch die Schulleitung).

Haben Lehrpersonen Anspruch auf Lohn, wenn auf Grund einer Massnahme (gestützt auf das Epidemiengesetz) eine Schule geschlossen werden muss? (Stand: 19.03.2020)

Die Lohnfortzahlung bleibt in diesem Fall unverändert bestehen.

Die Lehrperson kann auf Grund seiner Treuepflicht unter Umständen dazu verpflichtet werden, die "verpassten" Arbeitszeiten nachzuholen. Wenn immer möglich ist die Arbeitsleistung zu erbringen (z.B. durch Aufbereiten von Unterrichtsmaterialien/Aufgabenstellungen oder Aufträge durch die Schulleitung).

Haben Lehrpersonen Anspruch auf Lohn, wenn sie aus Angst vor einer Ansteckung oder weil sie ihre gesunden Kinder zu Hause behalten wollen, nicht zur Arbeit erscheinen und zu Hause bleiben? (Stand: 12.03.2020)

Falls eine Lehrperson ohne eine behördliche Anweisung von der Arbeit fernbleibt bzw. die Arbeitsleistung nicht erbringt, besteht kein Anspruch auf Lohnzahlung.

Veranstaltungen

Wie soll mit schulinternen Veranstaltungen / Weiterbildungen umgegangen werden? (12.03.2020)

Bis zum 19. April sind sämtliche Veranstaltungen (inklusive Weiterbildungen) ausgesetzt.

Wie soll mit Koordinationssitzungen, Besprechungen und Arbeitsgruppen innerhalb des Schulteams vorgegangen werden? (Stand: 23.03.2020)

Es wird empfohlen, Zusammenkünfte mit bis zu fünf Teilnehmenden nur dann durchzuführend, wenn ein physisches Zusammentreffen sinnvoll beziehungsweise eine digitale Durchführung nicht zielführend ist. Zusammenkünfte von mehr als fünf Teilnehmenden sollen nur dann physisch durchgeführt werden, wenn sie notwendig sind, um zentrale Abläufe der Schule aufrecht zu erhalten. Auf jeden Fall ist ein Abstand von zwei Metern zwischen den Teilnehmenden einzuhalten.

Dieser Inhalt richtet sich an

Schuladministration, Schulleitung,