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Die Kinderrechtskonvention

 

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  • Departement Bildung, Kultur und Sport
    Abteilung Volksschule
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Das Übereinkommen über die Rechte des Kindes der Vereinten Nationen (sogenannte Kinderrechtskonvention) hat die Schweiz im Jahr 1997 ratifiziert. Mit der Ratifizierung hat sich die Schweiz verpflichtet, die Bestimmungen der Konvention nach und nach in ihrem nationalen Recht zu verankern. Die Grundsätze der Kinderrechtskonvention wurden bei der Revision der Bundesverfassung im Jahr 2000 übernommen.

Die Bestimmungen der Kinderrechtskonvention lassen sich in drei Kategorien einordnen:

  • Rechtsansprüche: Das Übereinkommen verleiht Minderjährigen den Status als Rechtssubjekte. Kinder erhalten direkte Rechtsansprüche.
  • Handlungsprinzipien: Vertragsstaaten halten ihre Behörden und staatlichen Stellen zur Einhaltung bestimmter Handlungsprinzipien an. Beispiele dafür sind das Diskriminierungsverbot, die vorrangige Berücksichtigung des Kindeswohls oder die Einholung der Meinung des Kindes bei Entscheiden, welche es direkt betreffen.
  • Ziele: Die Vertragsstaaten erklären, ihre gesetzgeberischen Anstrengungen an in der KRK formulierten Zielen zu orientieren, wie zum Beispiel am Ziel, den Kindern die bestmögliche Entwicklung zu gewähren.

Die Vertragsstaaten verpflichten sich, alle geeigneten Massnahmen für die Umsetzung der Kinderrechte zu treffen. Man kann sich solche Bestrebungen als einen laufenden Prozess vorstellen. Die Umsetzung erfolgt schrittweise im Rahmen der verfügbaren Mittel. Auch können aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen neue Herausforderungen stellen: so zum Beispiel die kurzfristige Einschulung einer grösseren Anzahl von Flüchtlingskindern aufgrund eines Konflikts im Ausland oder der Umgang mit der steigenden Anzahl von ADHS-Diagnosen bei Schülerinnen und Schülern. Auf der Suche nach Lösungen muss immer die Wahrung der Kinderrechte berücksichtigt werden.

Wie die Vertragsstaaten die Kinderrechte umsetzen und welche Herausforderungen dabei zu bewältigen sind, dokumentieren sie periodisch mit einem Bericht zuhanden des Ausschusses für die Rechte des Kindes der Vereinten Nationen. Die Staatenberichte sind öffentlich.

Was bedeutet es, die Kinderrechte in der Schule umzusetzen?

Die Vertragsstaaten haben sich darauf geeinigt, folgende Grundsätze zu implementieren:

  • Alle Kinder haben Zugang zur Bildung (Art. 28 KRK), ohne Diskriminierung und unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus und der Situation ihrer Eltern (Art. 2 KRK). Der Staat sorgt dafür, dass der Zugang zur Grundbildung obligatorisch und unentgeltlich ist und auf der Basis der Chancengleichheit erfolgt. Der Staat fördert die Entwicklung verschiedener Formen der weiterführenden Schulen allgemeinbildender und beruflicher Art. Er macht diese allen Kindern verfügbar und zugänglich und trifft die dafür geeigneten Massnahmen wie die Einführung der Unentgeltlichkeit und die Bereitstellung finanzieller Unterstützung bei Bedürftigkeit (Art. 28 KRK).
  • Es wird ein inklusives Schulsystem aufgebaut, d.h. es wird strukturell auf Vielfalt ausgerichtet. Auch Kinder mit Behinderungen oder mit Lernschwierigkeiten sind dazugehörig. Alle Kinder erhalten eine qualitativ hochstehende Bildung (Art. 23 und 28 KRK). Es werden Massnahmen getroffen, um den regelmässigen Schulbesuch zu fördern und den Anteil derjenigen, welche die Schule vorzeitig verlassen, zu verringern. Bildungs- und Berufsberatung sind verfügbar und zugänglich (Art. 28 KRK).
  • In der Schule werden die Menschenwürde und Menschenrechte der Kinder, wie zum Beispiel die Rechte auf freie Meinungsäusserung und Gedankenfreiheit und das Recht auf Zugang zu Information, respektiert (Art. 13, 14, 17 KRK). Der Umgang mit den Schülerinnen und Schülern orientiert sich am Wohl des Kindes (Art. 3 KRK); Disziplin wird ohne Einsatz von Beschämung oder körperlicher Bestrafung eingefordert (Art. 19 und 28 KRK). Im Einklang mit dem Recht, angehört zu werden, achtet die Schule darauf, die Partizipation des Kindes im Schulalltag zu verwirklichen (Art. 12 KRK).
  • Bildung vermittelt einem Kind Grundwissen und Fertigkeiten. Ihr übergeordnetes Ziel besteht darin, die Persönlichkeit, die Begabung und die geistigen und körperlichen Fähigkeiten des Kindes voll zur Entfaltung zu bringen. Bildung soll Kinder auf ein verantwortungsbewusstes Leben in einer freien Gesellschaft vorbereiten. Die Schule soll dem Kind die Achtung seiner Eltern sowie seiner jeweiligen kulturellen und sprachlichen Identität vermitteln. Dies erfordert Bewusstsein für Probleme, die Kinder in der eigenen Gemeinschaft haben. Das Kind lernt, gesellschaftliche Wert- und Interessenkonflikte im Geiste der Toleranz, der Verständigung und des Friedens anzugehen. Die Schule vermittelt dem Kind die Achtung der Menschenrechte und der natürlichen Umwelt (Art. 29 KRK).

Die Umsetzung der Kinderrechtskonvention in der Schule erfordert somit, deren Grundsätze auf gesetzlicher und struktureller Ebene zu verankern und ihre Werte im Schulalltag dem Kind vorzuleben.

 
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