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Führungsstrukturen der Aargauer Volksschule

 

 Kontakt

 
  • Departement Bildung, Kultur und Sport
    Abteilung Volksschule
    Bachstrasse 15
    5001 Aarau
    Tel.: 062 835 21 00
    volksschule@ag.ch

    Öffnungszeiten:
    Montag bis Freitag
    08:00 - 12:00 Uhr und
    13:30 - 17:00 Uhr


Mit dem Vorhaben "Führungsstrukturen der Aargauer Volksschule" nimmt der Kanton Aargau ein viel diskutiertes Thema wieder auf: Durch den Verzicht auf die Schulpflegen sollen Hierarchiestufen abgebaut und eine effiziente und effektive Führung der Schule vor Ort ermöglicht werden. Der Regierungsrat ist bestrebt, das Vorhaben auf die kommunale Führungsebene zu beschränken, dennoch stellt er im Rahmen der Anhörung drei verschiedene Varianten zur Neuorganisation der kantonalen Räte zur Diskussion. Im Zusammenhang mit der Umsetzung der neuen Führungsstrukturen sollen zudem die Schulleitungspensen um kantonal durchschnittlich 10 % erhöht und das Berechnungsmodell für die Schulleitungspensen angepasst werden.

Kommunale Führungsstruktur

Auf kommunaler Ebene soll ab 1. Januar 2022 eine neue Führungsstruktur ohne Schulpflege umgesetzt werden. Der Gemeinderat ist oberstes politisches Führungsgremium der Schule. Er hat die Möglichkeit, eine gemeinderätliche Schulkommission (projektbezogen – beratend oder mit Entscheidungsbefugnissen ausgestattet und auf Amtsdauer gewählt) für Schul- und Bildungsfragen einzusetzen.
Dem Gemeinderat obliegt die Verantwortung für die strategische und finanzielle Führung der Schule. Er trägt zudem sämtliche Befugnisse für beschwerdefähige Entscheide im Volksschulbereich (insbesondere Laufbahn- und Disziplinarentscheide) sowie im Bereich Personalrecht (insbesondere Personalgewinnungs- und Trennungsentscheide). Er kann diese Entscheidungsbefugnisse einzeln oder auch in einem Entscheidungsbereich vollumfassend über eine kommunale Regelung an eines seiner Mitglieder, an eine gemeinderätliche, auf Amtsdauer gewählte Schulkommission oder an die Schulleitung delegieren, so dass die mit der Entscheidung beauftragte Stelle erstinstanzliche Entscheide fällen kann.
 
Die Schulleitung ist verantwortlich für die operative Führung der Schule und dem Gemeinderat unterstellt.

Kantonale Führungsstruktur

Die Bezirksschulräte behalten ihre Funktion als erste Beschwerdeinstanz bei beschwerdefähigen schulischen Entscheiden. Sie sind erste Beschwerdeinstanz gegen Entscheide des Gemeinderats, eines seiner Mitglieder, einer gemeinderätlichen, auf Amtsdauer gewählten Schulkommission oder auch der Schulleitung – je nach kommunaler Delegationsregelung.

Die beiden kantonalen Räte Erziehungsrat und Berufsbildungskommission sollen in ihrer jetzigen Form erhalten bleiben. Aufgrund von mehreren parlamentarischen Vorstössen werden jedoch im Rahmen der Anhörung neben der kommunalen Führungsstruktur drei verschiedene Varianten zur Neuorganisation der kantonalen Führungsstruktur bezüglich der beiden Gremien Erziehungsrat und Berufsbildungskommission zur Diskussion gestellt.

Erhöhung der Schulleitungspensen und neues Berechnungsmodell

Aufgabenverschiebungen von der Schulpflege hin zur Schulleitung

Seit Einführung der geleiteten Schule Aargau (ab 2003) wird in verschiedenen Zusammenhängen dargelegt, dass Schulleitungen in ihrer anspruchsvollen Funktion eine hohe zeitliche Belastung erfahren. Mit der zunehmenden Professionalisierung des Schulsystems und der Stärkung der Verantwortung der Gemeinden für ihre Schulen haben sich Aufgaben in den aufwandintensivsten Arbeitsbereichen verschoben. So führen Schulpflegen zunehmend weniger Prozessaufgaben beispielsweise im Bereich der Personalführung oder der pädagogischen Schulführung als noch zu Beginn der Einführung der geleiteten Schule aus. Unterrichtsbesuche, institutionalisierte Gespräche mit Eltern und Mitarbeitenden oder auch auf den ordentlichen Schulalltag bezogene Tätigkeiten im Bereich der Disziplinar- und Laufbahnprozesse liegen heute fast ausschliesslich bei den Schulleitungen. Trotz der Erweiterung der Aufgabenfelder durch eine Aufgabenverschiebung hin zur Schulleitung wurden die Schulleitungspensen nicht angepasst, obwohl die Notwendigkeit einer Erhöhung der Schulleitungspensen in verschiedenen Zusammenhängen bestätigt wurde. Aufgrund dessen trägt die aktuelle Bemessung der Schulleitungspensen der effektiven Arbeitszeit der Schulleitungen zu wenig Rechnung.

Adäquatere Abgeltung der Arbeitszeit und angepasstes Berechnungsmodell

Im Zusammenhang mit der Umsetzung der neuen Führungsstruktur sollen die Schulleitungspensen um kantonal durchschnittlich 10 % erhöht und das Berechnungsmodell für Schulleitungspensen angepasst werden. Durch eine Erhöhung der Pensensumme für Schulleitungen wird die effektiv aufgewendete Arbeitszeit der Schulleitungen adäquater abgegolten und der seit Jahren bestehenden Aufgabenverschiebung von der Schulpflege hin zur Schulleitung Rechnung getragen. Das neue Berechnungsmodell für die Schulleitungspensen basiert auf der Anzahl Vollzeitäquivalenten gemäss neuer Ressourcierung Volksschule einer Schule und berücksichtigt die lokalen Rahmenbedingungen. Eine Erhöhung der Schulleitungspensen unter Berücksichtigung des vorliegenden neuen Berechnungsmodells erfolgt gemäss aktuellem Planungstand auf den 1. Januar 2022.

Finanzielle Umsetzung via Feinausgleich der Aufgabenverschiebungen

Zur Erhöhung der Schulleitungspensen um kantonal durchschnittlich 10 % entstehen wiederkehrende Mehrkosten im Umfang von 4,76 Millionen Franken für die Anhebung der Bruttolohnkosten der Schulleitungen. Davon trägt der Kanton eine finanzielle Mehrbelastung im Umfang von 3,1 Millionen Franken (65 %) und die Gemeinden 1,66 Millionen Franken (35 %) gemäss anteilsmässiger Beteiligung an den Lohnkosten. Der Mehraufwand für den Kanton wird im Sinn der Lastenverschiebung über den finanziellen Feinausgleich der Aufgabenverschiebungen zwischen dem Kanton und den Gemeinden kompensiert. Die Erhöhung der Schulleitungspensen erfolgt somit für den Kanton kostenneutral. Die Gemeinden werden in einer Gesamtsicht auf das Projekt "Führungsstrukturen der Aargauer Volkschule" um rund 1,7 Millionen Franken entlastet. Diese freiwerdenden Mittel können die Gemeinden für gemeinderätliche Mehraufgaben, für die Führung einer gemeinderätlichen Schulkommission oder zur Pensenerhöhung der Schulsekretariate einsetzen.

Zeitplan

​Wann Was​
​Herbst 2018 ​Anhörung​
​Frühling 2019 1. Beratung Grosser Rat​​
​Herbst 2019 ​2. Beratung Grosser Rat
​17. Mai 2020 Volksabstimmung​
​1. Januar 2022 ​Inkraftsetzung und flächendeckende Umsetzung der kommunalen Führungsstruktur sowie Erhöhung der Schulleitungspensen

Anhörung

Die Umsetzung des Vorhabens "Führungsstrukturen der Aargauer Volksschule" bedingt Verfassungs- und Gesetzesänderungen und unterliegt der obligatorischen Volksabstimmung. Hierfür wurde eine öffentliche Anhörung durchgeführt.

Je nach priorisierter Umsetzungsvariante zur Neugestaltung der kantonalen Räte werden Verfassungs-, Gesetzes- sowie Verordnungsänderungen erforderlich.
 
Die Erhöhung der Schulleitungspensen, das neue Berechnungsmodell wie auch die für den Kanton kostenneutrale Umsetzung wurde in der Anhörung ebenfalls zur Diskussion gestellt. Die Erneuerung des Berechnungsmodells für Schulleitungspensen wird auf Verordnungsebene geregelt.
 
Die Anhörung dauerte vom 31. August 2018 bis zum 1. Dezember 2018.
 
  • Departement Bildung, Kultur und Sport
  • Bachstrasse 15, 5001 Aarau
  • Tel. 062 835 22 22
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