Infrastruktur & Schulbauten

Digitalität in der Schule

Zur Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) an den Volksschulen gibt es verbindliche kantonale Vorgaben zur digitalen Basisinfrastruktur in den Bereichen Infrastruktur, Nutzung und Support.

Die Digitalisierung prägt die Gesellschaft (Wirtschaft, Politik und Kultur) sowie die persönliche Lebenswelt. Die Bedeutung von digitalen Medien als Werkzeuge zur Verarbeitung, Speicherung und Übermittlung von Informationen nimmt nach wie vor zu. Auch die Bildungslandschaft verändert sich entsprechend. Damit digitale Medien nachhaltig und sinnvoll in der Schule und im Unterricht integriert und eingesetzt werden, macht der Kanton verbindliche Vorgaben im Bereich Infrastruktur, Nutzung und Support. Die bisherigen Empfehlungen gelten damit nicht mehr.

Hervorgehoben:Das ändert sich mit dem neuen Volksschulgesetz

Am 1. August 2026 treten im Kanton Aargau das neue Volksschulgesetz (VSG) und die neue Volksschulverordnung (V VSG) in Kraft. Im Bereich ICT bedeutet dies konkret:

Mit der Basisinfrastruktur wird eine klare und verbindliche Grundlage für die digitale Ausstattung an den Aargauer Volksschulen geschaffen.

Schrittweise Umsetzung ab 1. August 2026

Die verbindlichen kantonalen Vorgaben zur Basisinfrastruktur gelten auf Schuljahresbeginn 2026/27. Die Umsetzung erfolgt schrittweise und wird durch den Kanton und die Beratungsstelle imedias der Pädagogischen Hochschule FHNW begleitet. Die Schulen sind verpflichtet, die digitale Basisinfrastruktur bis spätestens zum Beginn des Schuljahres 2029/30 bereitzustellen.

​Was gehört zur Basisinfrastruktur

​Eine funktionierende digitale Basisinfrastruktur ist die Grundvoraussetzung für den sinnvollen Einsatz digitaler Medien im Unterricht. Die einheitliche Grundlage der digitalen Basisinfrastruktur gilt für alle Aargauer Volksschulen und definiert verbindlichen Standards auf den Ebenen Infrastruktur, Nutzung und Support. Digitalisierung wird dabei als Schulentwicklungsprozess verstanden, bei dem Jugendschutz, Prävention und ein verantwortungsvoller Umgang mit digitalen Medien von Anfang an mitgedacht werden.

​Ausstattung

​Der Kanton macht Vorgaben für drahtlose Netzwerke, Gerätemanagement, Cloud-Dienste und Zugriffssysteme sowie die Geräteausstattung für Schülerinnen und Schüler und Lehrpersonen. Die verbindlichen Anforderungen sowie weiterführende Empfehlungen sollen Gemeinden und Schulträgern als Orientierung bei Planung, Beschaffung und Betrieb dienen.

​Nutzung

​Die Ausstattung mit digitalen Geräten allein reicht nicht aus, um die Digitalisierung erfolgreich zu gestalten. Digitale Geräte müssen begründet und verantwortungsvoll im Unterricht eingesetzt werden. Dazu legt die Volksschulverordnung Grundsätze fest, die einen verantwortungsvollen und pädagogisch begründeten Einsatz digitaler Medien im Unterricht sicherstellen. Darüber hinaus finden sich auf dem Schulportal Empfehlungen zu Bildschirmzeiten und zur Nutzung digitaler Infrastruktur ausserhalb des Unterrichts.

​Support

​Um die technischen und pädagogischen Aspekte der Digitalisierung zu berücksichtigen, regelt die Verordnung zudem die Sicherstellung des pädagogischen und technischen Supports an den Schulen. Klar definierte Verantwortlichkeiten bilden dabei die Grundlage für eine nachhaltige und effiziente Supportstruktur.

​Verantwortlichkeiten

​Die Umsetzung der digitalen Basisinfrastruktur an den Aargauer Volksschulen ist eine gemeinsame Aufgabe von Kanton, Gemeinden, Schulleitungen und Lehrpersonen. Ein klares Verständnis der Rollen und Zuständigkeiten ist die Voraussetzung dafür, dass die digitale Transformation an den Aargauer Volksschulen gelingt.

Kanton

​Der Kanton setzt den übergeordneten Rahmen für den Einsatz von ICT an den Volksschulen. Er legt im Volksschulgesetz und der Volksschulverordnung Mindeststandards fest, setzt Ziele und definiert Kompetenzen im Aargauer Lehrplan Volksschule im Bereich "Medien und Informatik" und stellt Vorgaben zu Datenschutz und Informationssicherheit auf. Der Kanton sorgt zudem dafür, dass in der Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen und Schulleitungen die nötigen medienpädagogischen und technischen Kompetenzen aufgebaut werden. Mit Empfehlungen, Handreichungen und Vorlagen unterstützt er Gemeinden und Schulen bei der Umsetzung einer pädagogisch sinnvollen und rechtssicheren ICT-Ausstattung und -Nutzung.

Gemeinde / Schulträger

​Die Gemeinden sorgen gemäss den Vorgaben des Kantons für eine angemessene digitale Infrastruktur der Schulen. Die Gemeinden / Schulträger organisieren den technischen Support, gewährleisten den sicheren Betrieb der Systeme und überprüfen die Umsetzung der kantonalen und kommunalen Vorgaben in enger Zusammenarbeit mit der Schulleitung.

​Die Gemeinden / Schulträger stellen den Schülerinnen und Schülern die Lehr- und Informatikmittel sowie weiteres Schulmaterial für den lehrplanmässigen Unterricht zum unentgeltlichen Gebrauch zur Verfügung. Die kantonalen Vorgaben bilden die die Grundlage für die Ausstattung der Schule und die minimale Geräteausstattung. Diese sind durch die Gemeinde / Schulträger sicherzustellen.

​Zudem trägt der Gemeinderat bzw. der Vorstand einer Kreisschule in der Form eines Gemeindeverbands als oberstes kommunales Führungsorgan der Schule die Verantwortung für die Umsetzung der Datenschutzgesetzgebung in Zusammenarbeit mit der operativ zuständigen Schulleitung .

Schulleitungen

​Die Schulleitung trägt die operative Verantwortung für den Einsatz von ICT an der Schule, sorgt für die Umsetzung der gesetzlichen Anforderungen im Schulalltag, koordiniert die Zusammenarbeit mit technischem und pädagogischem Support und achtet darauf, dass die Infrastruktur bedarfsgerecht genutzt und gepflegt wird.

​Die Schulleitung sorgt für die Umsetzung der gesetzlichen Anforderungen, organisiert interne Abläufe und achtet auf die Einhaltung von Datenschutz und Sicherheitsstandards im Schulalltag. Sie fördert die medienpädagogischen und technischen Kompetenzen des Kollegiums, schafft geeignete Informations- und Austauschgefässe und kommuniziert die Regeln, Risiken und Chancen der ICT-Nutzung transparent gegenüber Eltern und Lernenden.

​Es empfiehlt sich, dass sie gestützt auf die kantonalen und kommunalen Vorgaben ein schulisches Medien- und Informatikkonzept erstellt. In diesem sind Ziele, Grundsätze und verbindliche Regelungen zur Nutzung digitaler Mittel festgehalten.

Lehrpersonen

​Die Lehrpersonen setzen ICT im Unterricht pädagogisch begründet ein und sind dafür verantwortlich, dass die im Aargauer Lehrplan festgelegten Kompetenzen im Bereich Medien und Informatik erreicht werden. Die Lehrpersonen fördern den fachlichinformatikbezogenen sowie den verantwortungsvollen und reflektierten Umgang mit digitalen Medien. Gleichzeitig nehmen sie ihre Aufsichtspflicht wahr und achten auf die Einhaltung der geltenden Nutzungsregeln, insbesondere in Bezug auf den Daten- und Jugendschutz. Durch ihr eigenes Kommunikations- und Medienverhalten nehmen sie eine wichtige Vorbildfunktion wahr und bringen ihre Erfahrungen aktiv in die Weiterentwicklung des schulinternen Medien- und Informatikkonzept ein.

​Lehrpersonen benötigen die erforderlichen Kompetenzen, um Medien und Informatik im Unterricht, zur eigenen Arbeitsorganisation, zur Kooperation im Schulteam sowie zur Kommunikation mit Eltern, Schülerinnen und Schülern einsetzen zu können. Der Erwerb bzw. die Vertiefung dieser Kompetenzen kann durch Weiterbildung und Beratung gefördert werden.

​Beratungsstelle imedias an der PH FHNW

​Die Beratungsstelle "Digitale Medien in Schule und Unterricht – imedias" der Pädagogischen Hochschule FHNW unterstützt Schulen bei der Umsetzung der kantonalen Vorgaben zur Basisinfrastruktur durch Analyse des ist-Zustands, Coaching und Projektbegleitungen. Weiter umfasst das Angebot von imedias pädagogische und technische Beratung, Unterstützung bei Standortbestimmungen im Bereich Medien und Informatik sowie die Begleitung bei der Entwicklung und Umsetzung von Medien- und Informatikkonzepten. Imedias verfügt zudem über ein breites Weiterbildungsprogramm, das auch schulinterne Weiterbildungen umfasst.

​Angebote zur Umsetzung der Basisinfrastruktur

​Imedias bietet Schulen spezifische Beratungsangebote zur Umsetzung kantonaler Vorgaben im Bereich der Basisinfrastruktur an. Einerseits bietet die Beratungsstelle ein "Checkup Digitalität" an, bei welchem der Ist-Zustand der Schule erhoben wird und daraus mit Hilfe von Analysetools sichtbar gemacht wird, inwieweit die Anforderungen des Kantons erfüllt werden. Im Rahmen eines Coachings und einer Projektbegleitung wird das Fachwissen von Imedias genutzt, um die kantonalen Vorgaben in der jeweiligen Schule erfolgreich und begleitet umzusetzen. Es wird dabei auf den vorhandenen Kompetenzen und Strukturen aufgebaut und die Schulen dazu befähigt, die Themen künftig selbständig zu bewirtschaften. Im Rahmen des Angebots von Imedias werden zudem Inhalte besprochen, zu denen (noch) keine kantonalen Vorgaben oder Empfehlungen bestehen, wie die Zusammenarbeit mit Eltern, Präventionsmassnahmen und zum Umgang mit künstlicher Intelligenz.

​Angebote für Schulen - imedias

​Pädagogische und technische Beratung

​Ein zentrales Beratungsangebot ist "beratung4school". Dabei werden Schulen bei der Erarbeitung ihres schuleigenen Medien- und Informatikkonzepts begleitet. Die Grundlage bildet der "Vierklang des digitalen Wandels", der die schulische Ist-Situation aus diversen Perspektiven erfasst und daraus Entwicklungs- und Optimierungsbedarf ableitet. Diese Analyse hilft bei der Identifikation des Entwicklungs- und Optimierungsbedarfs der jeweiligen Schule und bildet damit auch eine fundierte Grundlage für Budgetplanung und Schulentwicklungsprozesse. Dabei werden Fragen zu Geräteausstattung, Netzwerk, Mobile Device Management (MDM), Datenschutz und technischem sowie pädagogischem Support gemeinsam geklärt und in ein auf die Schule abgestimmtes Programm überführt.​

​beratung4school - imedias

​Weiterbildungen

​Ergänzt wird das Beratungsangebot durch ein breites Weiterbildungsprogramm. Imedias bietet schulinterne Weiterbildungen, massgeschneiderte Weiterbildungspakete sowie ein offenes Kursangebot zu aktuellen Themen rund um digitale Medien an. Darüber hinaus organisiert imedias Zukunftswerkstätten, in denen Lehrpersonen gemeinsam innovative Ideen für die digitale Transformation von Unterricht und Schule entwickeln und erproben.​

​Weiterbildung - imedias