Anstellungsbedingungen ab 2022

Das Anstellungsverhältnis der Lehrpersonen (Schulleitungen der Volksschule, Assistenzpersonen und externe Fachpersonen sind unter den Lehrpersonen subsumiert) wird durch öffentlich-rechtlichen Vertrag zwischen der Lehrperson und dem Kanton oder der Gemeinde beziehungsweise dem Gemeindeverband als Arbeitgeberin beziehungsweise Arbeitgeber auf unbefristete oder befristete Dauer begründet.

Die Anstellungsbehörde ist für die Ausstellung der Anstellungsverträge und der Lohnverfügungen für die Lehrpersonen zuständig. Das Departement Bildung, Kultur und Sport stellt dazu die entsprechenden Hilfsmittel zur Verfügung.

Lohn

Lohnstruktur

Der Lohn wird als Monatslohn ausbezahlt. Der Monatslohn wird nach dem massgeblichen Jahreslohn und nach dem vereinbarten Beschäftigungsgrad festgelegt. Bei Stellvertretungen, Pensen mit einem Beschäftigungsgrad von weniger als 20% und stundenweiser Beschäftigung ohne zum Voraus fest vereinbarten Beschäftigungsgrad kann gestützt auf eine entsprechende Vereinbarung der Monatslohn auf der Basis der effektiv geleisteten Stunden berechnet werden. Der Lohn setzt sich zusammen aus einem Positionsanteil, einem Erfahrungsanteil und allfälligen Lohnzulagen.

Sämtliche Anstellungen, die per 31. Dezember 2021 bestanden, wurden per 1. Januar 2022 gemäss den Übergangsbestimmungen in § 41e LDLP überführt. Informationen zur Überführung sowie zum Besitzstand sind auf der Projektseite "Revision Lohnsystem Lehrpersonen und Schulleitungen Volksschule" einsehbar.

Zur Projektseite "Revision Lohnsystem Lehrpersonen und Schulleitungen Volksschule"

Informationen zu Verträgen, zwingendem Lohnabzug bei fehlender Qualifikation und zur Anstellung von Lehrpersonen aus dem Ausland sind auf der Seite Verträge zu finden.

Einstufung

Bei einem Neueintritt, einem Wiedereintritt (Anstellungsunterbruch länger als 12 Monate) sowie bei einem Funktionswechsel wird eine individuelle Lohneinstufung vorgenommen. Die Lohnstufe ist abhängig von der Funktion. Für die Einstufung innerhalb der Lohnstufe wird die relevante Berufserfahrung angerechnet.

Die Schulen bzw. Anstellungsbehörden nehmen die Einstufung nach den kantonalen Richtlinien vor. Für den Einstufungsprozess gelten die relevanten Bestimmungen im Lohndekret Lehrpersonen (LDLP) und der Verordnung über die Anstellung von Lehrpersonen (VALL). Die Schulen bzw. Anstellungsbehörden nehmen die Einstufung in ALSA vor und informieren die anzustellende Person über das Ergebnis.

Folgende Kriterien müssen erfüllt sein, damit ein Anstellungsverhältnis als berufliche Erfahrung zu 80% pro Jahr angerechnet wird:

  • Für die neueinzustufende Funktion relevante (funktionsspezifische) Berufserfahrung (vgl. Merkblatt Erläuterungen zur Einstufung)
  • Berufliche Erfahrung, welche nach Erreichen des Minimalalters der einzustufenden Funktion, erworben wurde
  • Pensum (Beschäftigungsgrad) min. 30 %
  • Zeitraum min. 180 Tage
  • Schriftlicher Nachweis im PDF-Format (z.B. Arbeitszeugnis, Arbeitsbestätigung, Anstellungsvertrag)

Die übrige berufliche und die ausserberufliche Erfahrung wird automatisch zum reduzierten Satz von 40% pro Jahr als übrige Erfahrung angerechnet. Die übrige Erfahrung muss für die Lohneinstufung nicht aktiv erfasst bzw. nachgewiesen werden.

Detailinformationen zur individuellen Lohneinstufung sind im Merkblatt "Einstufung" und in den "Informationen Ablauf Einstufungsverfahren" zu finden. Der Personaldienst Lehrpersonen unterstützt die Anstellungsbehörden bei fachlichen Fragen und bei allfälligen Spezialfällen.

Bei Neueintritt oder Funktionswechsel ab dem 1. Januar 2022 können Lehrpersonen und Schulleiterinnen bzw. Schulleiter unter nachfolgendem Link selbst ihren individuellen Lohn ermitteln. Das Ergebnis des Excel-Tools dient zur Orientierung und ist nicht rechtsverbindlich.

Einstufungformular (XLSX, 2 Seiten, 58 KB)

Erleichterte schriftliche Nachweise für Personen mit Jahrgang 1962 und älter (Ausnahmeregelung bis auf Weiteres)

Aufgrund der grossen Herausforderungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie und der Ukraine-Krise wird der Nachweis der beruflichen Erfahrung von Personen mit Jahrgang 1962 (60. Altersjahr) und älter wesentlich erleichtert. Bis auf weiteres genügt bei den betroffenen Personen eine Eigendeklaration (z.B. Lebenslauf mit Angaben zu Pensum und Zeitraum pro Anstellung) der Lehrperson als schriftlicher Nachweis der beruflichen Erfahrung. Auch bei diesen Fällen gelten die bestehenden Regeln bezüglich Anrechnung der beruflichen Erfahrung.

Lohnstufe und Minimalalter pro Funktion

Jede Funktion ist einer Lohnstufe zugeordnet und für jede Lohnstufe wird ein Minimalalter definiert.

Lohnstufe und Minimalalter pro Funktion

Jede Funktion ist einer Lohnstufe zugeordnet und für jede Lohnstufe wird ein Minimalalter definiert.

Funktionsbeschriebe: Differenzierung Funktionen des ab 1. Januar 2022 gültigen Lohnsystems (PDF, 3 Seiten, 250 KB)

Das Minimalalter entspricht dem Alter, das üblicherweise bei Abschluss einer nahtlosen Absolvierung der Ausbildung erreicht wird.

Funktionen mit Minimalalter und Lohnstufe (PDF, 1 Seite, 32 KB)

Lohntabelle per 1. Januar 2022

Die neue Lohntabelle ist gültig ab 1. Januar 2022. Massgebend für die individuelle Lohnfestlegung ist die Erfahrungsstufe.

Lohntabelle gültig ab 1. Januar 2022 (PDF, 1 Seite, 41 KB)

Besitzstand

Mit dem neuen Lohnsystem steigt die Lohnkurve insbesondere in der ersten Hälfte der Berufslaufbahn steiler an als heute. Das Lohnmaximum wird in 32 Stufen erreicht, d.h. früher als im bisherigen System. Der sogenannte Lebenslohn wird dadurch erhöht.

Allerdings liegt der künftige maximale Lohn bei mehreren Funktionen unter demjenigen, welcher bis Ende 2021 galt. Insbesondere ältere Lehrpersonen würden mit dem neuen Lohnsystem einen tieferen Lohn erhalten. Gemäss der Überführungsregelung erhalten Lehrpersonen, deren bisheriger Bruttolohn über dem neu ermittelten Bruttolohn lag und während mindestens 5 Jahren ununterbrochen auf der betroffenen Funktion unterrichtet hatten, eine statische Besitzstandsgarantie. Löhne über dem Normverlauf werden "eingefroren", bis sie entweder durch die jährliche Lohnentwicklung wieder "eingeholt" werden oder bis zur ordentlichen Pensionierung.

Mit der Besitzstandsregelung werden Lehrpersonen, die während ihrer Laufbahn in den ersten Berufsjahren einen flachen Anstieg hatten und die letzten Jahre die Nullrunden mittragen mussten, vor einer Lohneinbusse bewahrt.

Mit der automatisierten Überführung der Anstellung per 1. Januar 2022 wurden die Anstellungen mit Besitzstandsgarantie identifiziert und die Lohndifferenz als Besitzstandsanspruch im Lohnsystem erfasst. Der Besitzstandsanspruch ist aus der Lohnabrechnung Januar 2022 ersichtlich.

Die Besitzstandsreglung gilt für Lehrpersonen, welche

  • im 2021 das 65. Altersjahr noch nicht vollendet haben (Jahrgang 1957 und jünger) und
  • per 31. Dezember 2021 mindestens 5 Jahre ohne Unterbruch auf der entsprechenden Schulstufe im Kanton Aargau unterrichtet hatten (es können nur Anstellungen nach GAL, welche durch den Kanton direkt besoldet wurden, berücksichtigt werden).

Nach dem Überführungszeitpunkt fällt der Besitzstandsanspruch weg, wenn

  • das 65. Altersjahr vollendet wurde (die Lohnanpassung erfolgt auf das neue Schulsemester nach dem 65. Geburtstag),
  • ein Anstellungsunterbruch von mehr als 30 Tagen erfolgte (d.h., es besteht keine aktive Anstellung mehr in der betroffenen Funktion),
  • ein Funktionswechsel erfolgte (z.B. ein Wechsel von Lehrperson ohne Klassenverantwortung zu Lehrperson mit Klassenverantwortung oder umgekehrt).

Der Besitzstandsanspruch bleibt bei zukünftigen Pensenanpassungen (Erhöhungen und Reduktionen) anteilsmässig bestehen. Die Besitzstandsregelung gilt auch auf neuen Anstellungen in der gleichen Funktion, sofern kein Unterbruch von mehr als 30 Tagen besteht (z.B. bei Wechsel des Schulorts).

Lohnabrechnung

Im nachfolgenen Merkblatt finden sich Erläuterungen zur Lohnabrechnung ab 2022 für Lehrpersonen und Schulleitungen sowie Assistenz- und externe Fachpersonen.

Merkblatt Lohnabrechnungen ab 2022 (PDF, 6 Seiten, 373 KB)

Versicherung und Vorsorge

Der Kanton versichert alle durch ihn entlöhnten Lehrpersonen gemäss den bundesrechtlichen und kantonalen Normen.

Merkblatt Versicherungen für Lehrpersone (PDF, 4 Seiten, 224 KB)n

Meldung zusätzlich versicherte Lohnsumme APK (DOCX, 2 Seiten, 88 KB)

Versicherungen

Unfallversicherung

Groupe Mutuel übernahm ab 1. Januar 2022 die Kantonale Unfallversicherung (KUV). Dieser Wechsel erfolgte, weil die Aargauische Gebäudeversicherung (AGV) Ende 2021 aus dem Unfallversicherungsgeschäft aussteigt. Mit dem Wechsel ergeben sich für die Lehrpersonen und Schulleitungen keine Änderungen bei den Versicherungsleistungen. Die Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung im Bereich Berufsunfall und Nichtberufsunfall sind schweizweit einheitlich festgelegt. Die Prämien für die Berufsunfallversicherung werden durch den Arbeitgeber finanziert.

Sie sind gegen Berufsunfälle (BU) für die allgemeine Spitalabteilung versichert. Nichtberufsunfälle (NBU) sind ab einem Wochenpensum von regelmässig sechs Lektionen bzw. bei Schulleitungen und externen Personen ab acht Wochenstunden versichert. Die Prämien für die Berufsunfallversicherung werden durch den Arbeitgeber finanziert. Die Prämie für die Nichtberufsunfallversicherung für die Mitarbeitenden beträgt ab dem 1. Januar 2022 0,8270%. Sollten Sie einen Unfall erleiden, melden Sie sich für die Unfallmeldung bitte umgehend bei Ihrem Schulsekretariat. Während der Schulferien wenden Sie sich bitte an den Personaldienst Lehrpersonen.

Als Berufsunfall gilt nur, wenn der Unfall während der Berufsausübung passiert. Alle anderen Unfälle sind als Nichtbetriebsunfälle anzumelden.

Der Unfall auf dem Arbeitsweg bei Mitarbeitern ab 6 Lektionen bzw. ab 8 Stunden pro Woche ist als Nichtbetriebsunfall anzumelden; bei Mitarbeitern welche die Mindestvorgabe pro Woche nicht erreichen, gilt der Unfall auf dem Arbeitsweg als Berufsunfall.

Krankentaggeldversicherung

Die Lehrpersonen und kantonalen Mitarbeitenden sind über ihren Arbeitgeber bei der SWICA AG für Krankentaggeld (KTG) versichert. Auf der Basis des Schadenverlaufs der letzten Jahre hat die SWICA AG die Prämiensätze leicht erhöht. Die KTG-Prämie für Arbeitnehmende stiegen per 1. Januar 2022 von 0,236 Prozent auf 0,280 Prozent.

Mutterschaftsentschädigung und Mutterschaftsurlaub

Lehrerinnen wird während des Schwangerschafts- und Mutterschaftsurlaubs der bisherige Lohn während 13 Schulwochen bezahlt.

Information zur Mutterschaftsentschädigung und zum Mutterschaftsurlaub (PDF, 2 Seiten, 123 KB)

Vaterschaftsurlaub

Vorsorge

Persönlicher Vorsorgeausweis

Die Versicherten können auf der Internetseite der Aargauische Pensionskasse APK im online Berechnungstool ihren Vorsorgeausweis jederzeit selbst erstellen und als PDF-Datei herunterladen. Die Zugangsdaten für den Einstieg hat sind durch die APK den Versicherten im Oktober 2018 übersandt worden. Falls diese nicht mehr vorhanden sind, hilft die persönliche Ansprechperson der Abteilung Versicherung gerne weiter. Selbstverständlich ist es möglich, dass Versicherte den Vorsorgeausweis weiterhin per Post erhalten. Dies kann direkt der zuständigen APK-Kontaktperson mitgeteilt werden.

Familienzulagen

Den Lehrpersonen werden Kinder- und Ausbildungszulagen nach Massgabe der kantonalen Ausführungsvorschriften zum Bundesgesetz über die Familienzulagen ausgerichtet.

Information zur Anmeldung der Familienzulagen (PDF, 2 Seiten, 120 KB)

Öffentliches Amt

Mit der Bewilligung zur Ausübung eines öffentlichen Amtes kann eine Reduktion des vereinbarten Beschäftigungsgrads um bis zu 5 % ohne Lohneinbusse gewährt werden.

Zusatzentschädigung von Lehrpersonen in öffentlichen Ämtern (PDF, 2 Seiten, 18 KB)

Spesen, Sitzungsgelder und übrige Entschädigung der Lehrpersonen in der Volksschule

Lehrpersonen und Schulleitungen haben wie das vom Kanton entlöhnte Personal Anspruch auf Ersatz der Auslagen, die ihnen bei der Erfüllung der jeweiligen Funktion notwendigerweise entstehen.

Hinweis zum Umgang mit Spesen, Sitzungsgeldern und übrigen Entschädigungen an den Volksschulen (PDF, 2 Seiten, 40 KB)

Lehrpersonen an der Volksschule, die während eines Wochentages an mehr als einem aargauischen Schulort unterrichten, wird auf Gesuch unter bestimmten Voraussetzungen eine Reiseentschädigung ausgerichtet.

Reisespesenformular (DOC, 2 Seiten, 234 KB)