Kantonale Qualitätskontrolle

Ab Schuljahr 2020/21 wird an den Aargauer Volksschulen die kantonale Qualitätskontrolle eingeführt. Sie löst die externe Schulevaluation ab.

Die kantonale Schulaufsicht prüft im Abstand von fünf Jahren an jeder Schule mit einem standardisierten, datengestützten Verfahren, ob diese die definierten Qualitätsansprüche erfüllt und die kantonalen Vorgaben einhält.

Abgestuftes Verfahren zur Qualitätskontrolle

Die kantonale Schulaufsicht des Departements BKS ist für die gesamte Durchführung der periodischen und flächendeckenden Überprüfung aller Schulen zuständig. Unterstützt wird sie durch die Pädagogische Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz (PH FHNW), welche Online-Befragungen der wichtigen schulischen Akteure durchführt und vertiefte Prüfungen vornimmt im Falle von Schulen mit negativen Auffälligkeiten. Damit erlangt der Kanton Aufschluss darüber, inwieweit die Schulen die definierten Qualitätsansprüche erfüllen und die kantonalen Vorgaben einhalten. Die Aufgaben der Schulführung bleiben unverändert. Diese verantwortet die Qualitätsentwicklung an der Schule vor Ort in den Bereichen Organisation, Unterricht und Personal.

Das Verfahren der kantonalen Qualitätskontrolle ist nach folgenden Stufen konzipiert:

Stufe A Standardisierte Prüfung der Schulqualität aller Schulen

Im Zentrum steht die standardisierte Prüfung der Schulqualität durch die Schulaufsicht, welche zu einer Qualitätseinschätzung führt. Als Grundlage dienen die Ergebnisse aus Online-Befragungen der Schülerinnen und Schüler ab der 4. Klasse, Lehrpersonen und Eltern sowie vorhandene Schulführungsdokumente und ausgewählte statistische Kennzahlen von Statistik Aargau. Die Schulaufsicht bespricht die ausgewerteten Daten mit der Schulführung und nimmt eine Qualitätseinschätzung vor. Falls es keine negativen Auffälligkeiten gibt bzw. kein Verdacht auf Defizite besteht, so ist die Prüfung abgeschlossen.

Das Departement BKS rechnet damit, dass für siebzig Prozent aller Schulen diese Prüfung positiv ausfällt und abgeschlossen ist.

Datengrundlage
ZuständigkeitenDaten und Dokumente
Schulführung
  • Schulführung: Aufgaben und Zuständigkeiten, Mehrjahresplanung, praktizierte Q-Massnahmen
  • Verwendung der Ressourcen: Leitlinien zum Ressourceneinsatz, Leitlinien bezüglich der Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Bedürfnissen, Ausgestaltung der Partizipationsformen der Lehrpersonen
  • Kantonale Leistungstests: Umgang mit den Ergebnissen, Ergebnisrückmeldung für Schulleitungen der zwei letzten Jahre
  • Kantonale Vorgaben: Stundenpläne gemäss Stundentafel, schulfreie Tage
  • Zusätzliche Dokumente: freiwillig, beispielsweise Ergebnisse aus internen Evaluationen
PH FHNW
  • Flächendeckende Online-Befragungen aller wichtiger Anspruchsgruppen wie Lehrpersonen, Schülerinnen und Schüler und Eltern
Statistik Aargau
  • Datenblatt mit ausgewählten statistischen Kennzahlen auf der Grundlage der Schulreports über eine Periode von 4-5 Jahren: Soziale Belastung, Beschäftigungsgrad Lehrpersonen, Repetitionen, Anschlusslösungen, Zuweisungen Sonderschule, Lernzielanpassungen

Stufe B Vertiefte Prüfung der Schulqualität einzelner Schulen

Bei Schulen mit negativen Auffälligkeiten wird eine vertiefte Prüfung durch die PH FHNW angeordnet. Diese führt Interviews, Gespräche und allenfalls ergänzende Befragungen zu den erkannten Auffälligkeiten durch. Die Ergebnisse werden in einem Bericht zuhanden der Schulaufsicht zusammengefasst. Diese entscheidet abschliessend darüber, ob ein Handlungsbedarf besteht oder nicht. Wenn ein Handlungsbedarf erkannt wird, begleitet die Schulaufsicht die Schule im Aufarbeitungsprozess. Andernfalls ist der Prozess abgeschlossen.

Stufe C Begleitete Defizitaufarbeitung

Falls Handlungsbedarf erkannt wird, so werden die Schulen im Aufarbeitungsprozess in einem dafür definierten Verfahren begleitet. In regelmässigen Standortgesprächen unter der Leitung der Schulaufsicht informiert die Schulführung über den Stand der Aufarbeitung in den einzelnen defizitären Bereichen und kann aktuelle auftauchende schwierige Situationen besprechen. Bei Bedarf kann die Schulaufsicht selber Massnahmen anordnen. Ziele der Begleitung sind die Erfüllung der definierten Qualitätsansprüche an eine funktionierende Schule und die Erhöhung der Selbststeuerungsfähigkeit der Schulführung. Die Verantwortung über die Führung der Schule liegt bei der Schulpflege.

Stufe D Nachkontrolle der Defizitaufarbeitung

Die Nachkontrolle erbringt den datengestützten Nachweis, dass die Defizite behoben worden und die definierten Qualitätsansprüche in den betreffenden Bereichen erfüllt sind. In der Regel erfolgt diese nach zweieinhalb bis drei Jahren. Durchgeführt wird diese wiederum durch die PH FHNW analog dem Verfahrensschritt B.

Umfang, Form sowie Zeitpunkt der Nachkontrolle richten sich nach den Ergebnissen aus der vertieften Prüfung und werden der Situation der Schule angepasst. Dies wird schriftlich festgelegt.

Übersicht der Schulen, die ab Schuljahr 2020/21 im Turnus von fünf Jahren geprüft werden (PDF, 5 Seiten, 47 KB)

Rechtliche Grundlagen

Dieser Inhalt richtet sich an

Schulleitung, Schuladministration,