Bisheriger Lehrplan

Die Beurteilung an Sonderschulen erfolgt wie an Regelschulen ist einerseits förderorientiert und andererseits leistungsorientiert und selektiv. Entscheidend für die Form der Beurteilung ist, ob beziehungsweise inwiefern die Schülerinnen und Schülern individuelle Lernziele haben.

Grundsätzlich gelten für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen die Bildungsziele des Regelkindergartens beziehungsweise der Regelschule. Je nach Behinderung wird in einzelnen Fächern oder generell davon abgewichen und es werden von der Schule Bildungsziele festgelegt, die den individuellen Möglichkeiten und Perspektiven der Kinder und Jugendlichen angepasst sind. Gestützt darauf erfolgt an den ordentlichen Promotionsterminen eine individuelle Beurteilung gemäss den Regelungen der Verordnung über die Laufbahnentscheide an der Volksschule." §9 der Verordnung über die Schulung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen sowie die besonderen Förder- und Stützmassnahmen.

Neben einem Zeugnis am Ende des Schuljahres wird auch ein förderorientierter Zwischenbericht nach dem ersten Semester erstellt.

Lernbericht bei individuellen Lernzielen

Bei Schülerinnen und Schülern, die in einem oder mehreren Fächern nach individuellen Lernzielen unterrichtet werden, werden in diesem / in diesen Fächern im Zwischenbricht bzw. Jahreszeugnis keine Noten gesetzt. Anstelle der Noten erhalten sie einen Bericht zu den individuellen Lernzielen, der dem Zwischenbericht bzw. Jahreszeugnis angehängt wird. Der Bericht "individuelle" Lernziele ist immer mit einer Förderplanung verbunden.

Ab Schuljahr 2021/22: Unentschuldigte Absenzen im Zwischenbericht und Jahreszeugnis der Oberstufe

Die Ausnahmenregelung, aufgrund der Coronavirus-Pandemie auf das Eintragen von Absenzen zu verzichten, wird auf das Schuljahr 2021/22 hin aufgehoben. Im Schuljahr 2021/22 gilt an der Oberstufe wieder die ursprüngliche Regelung aus dem Schuljahr 2019/20: Unentschuldigte Absenzen werden in den Zwischenberichten und Jahreszeugnissen der Oberstufe eingetragen. Entschuldigte Absenzen werden nicht ausgewiesen.

Das für das Schuljahr 2020/21 vorgesehene Ausweisen der entschuldigten Absenzen hat Diskussionen ausgelöst. Das Departement Bildung, Kultur und Sport wird deshalb den Umgang mit Absenzen an der Oberstufe überprüfen.

Individuelle Lernberichte oder reguläre Beurteilungsinstrumente?

Es gilt, dass Schülerinnen und Schüler in allen Fächern, für die keine individuellen Lernziele festgelegt wurden, mit den regulären Instrumenten wie in der Regelschule beurteilt werden müssen. Für Sonderschulen stehen unter den Beurteilungsinstrumenten ergänzende Formulare zur Verfügung, in dem neben regulären Beurteilungen für Fächer mit individuellen Lernzielen Lernberichte verfasst werden können. Dies gilt für alle Sonderschulen mit Ausnahme der heilpädagogischen Tagessonderschulen.

In heilpädagogischen Tagessonderschulen haben die Schülerinnen und Schüler in der Regel in allen Fächern individuelle Lernziele. Die Lernziele richtigen sich neben dem neuen Aargauer Lernplan Volksschule auch nach der Anwendung des Lehrplans 21 für Schülerinnen und Schüler mit komplexen Behinderungen in Sonder- und Regelschulen. Diese Schulen sind frei in der Gestaltung der Lernberichte, sollen aber immer dann, wenn eine Integration in die Regelschule möglich erscheint, ebenfalls die regulären Beurteilungsinstrumente einsetzen.

Anwendung Lehrplan 21 bei komplexen Behinderungen (PDF, 2.6 MB)

Die formellen und inhaltlichen Vorgaben entsprechen bei den Sonderschulen den Vorgaben für die Regelschule. Die äussere Form der Dokumente (Zeugnismappe und Beurteilungsinstrumente) entspricht den bestehenden kantonalen Vorgaben, die für die Regelschule Gültigkeit haben.

Kindergarten: Einschätzungsbogen

Im Kindergarten wird der Entwicklungsstand der Kinder in einem einheitlichen Einschätzungsbogen festgehalten. Der Einschätzungsbogen ist ein förderorientiertes Instrument und wird im Sinne einer Standortbestimmung eingesetzt. Die Lehrperson dokumentiert darin, welche Selbst-, Sozial- und Sachkompetenzen das Kind bereits erworben hat. Sie kann daraus geeignete Ziele ableiten, die das Kind in seiner Entwicklung unterstützen. Der Einschätzungsbogen richtet sich nach den Zielen des Lehrplans Kindergarten im Kanton Aargau.

Der Einschätzungsbogen wird einmal pro Schuljahr von der verantwortlichen Lehrperson ausgefüllt und den Eltern abgegeben. Er dient als Grundlage für Elterngespräche und kann für Besprechungen mit Fachpersonen und für das Gespräch mit der zukünftigen Lehrperson der 1. Klasse der Primarschule benutzt werden.

Für die differenzierte Beobachtung und gezielte Förderung steht den Lehrpersonen eine Sammlung mit Grobzielen und Indikatoren (konkrete Verhaltensmerkmale) zur Verfügung. Die Aufzählungen sind nicht abschliessend und können durch die Schul- und Unterrichtsteams ergänzt und angepasst werden. Die Verwendung der Sammlung ist fakultativ.

Sammlung möglicher Grobziele und Indikatoren (PDF, 15 Seiten, 641 KB)

Weitere Informationen zum Einschätzungsbogen Kindergarten sind in den häufigen Fragen und Antworten zu finden.

Primarschule und Oberstufe: Zwischenbericht

Nach dem ersten Semester erhalten die Schülerinnen und Schüler ab der 1. Primarklasse einen förderorientierten Zwischenbericht. In der 1. Klasse der Primarschule sowie in den beiden Jahren der Einschulungsklasse erfolgt die Leistungsbeurteilung ausschliesslich in Worten.

Ab der 2. Klasse der Primarschule werden die Leistungen in den einzelnen Fächern (Sachkompetenz) im Zwischenbericht mit einer Orientierungsnote beurteilt. Zusätzlich zur Orientierungsnote werden die Leistungen in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch (ab 3. Primarklasse) und Französisch (ab 6. Primarklasse) in Worten beurteilt. Ebenso werden im Zwischenbericht die Selbst- und Sozialkompetenz in Worten beurteilt.

Der Zwischenbericht entscheidet nicht über den Wechsel in die nächsthöhere Klasse, sondern zeigt den Schülerinnen und Schülern auf, wo noch Möglichkeiten zur Entwicklung bestehen oder wo zusätzliche Förderung nötig ist, um die Lernziele am Ende des Schuljahrs zu erreichen. Gleichzeitig liefert er den Lehrpersonen Informationen, damit sie den Unterricht gezielt auf die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler ausrichten können.

Für die Beurteilung der Selbst- und Sozialkompetenz steht den Schulen eine Umsetzungshilfe zur Verfügung, in der Beispiele von Indikatoren (konkrete Verhaltensmerkmale) und mögliche Vorgehensweisen aufgezeigt werden.

Primarschule und Oberstufe: Jahreszeugnis

Ab der Primarschule erhalten die Lernenden zum Ende jedes Schuljahrs ein Jahreszeugnis, das ab der 2. Klasse der Primarschule die Leistungen in der Sachkompetenz in Noten beurteilt. Grundlage für die Berechnung der Jahresnote sind die Leistungsbelege des ganzen Schuljahrs. Die Zeugnisnoten sind promotionswirksam.

In der 1. Klasse der Primarschule und in der Einschulungsklasse erhalten die Schülerinnen und Schüler am Ende des Schuljahrs anstelle eines Zeugnisses einen Lernbericht, der die Leistungen in der Sachkompetenz in Worten beurteilt.

Oberstufe: Unentschuldigte Absenzen im Zwischenbericht und Jahreszeugnis

Im Zwischenbericht und Jahreszeugnis der Bezirks-, Sekundar- und Realschule werden die unentschuldigten Absenzen der Schülerinnen und Schüler eingetragen. Die Lehrperson erfasst während des Schulhalbjahrs die unentschuldigt gefehlten Lektionen der Schülerinnen und Schüler. Am Ende des Semesters bzw. des Schuljahrs trägt sie diese Lektionen in Halbtagen im Zwischenbericht/Jahreszeugnis ein, wobei vier Lektionen als ein Halbtag gelten. Im Falle von drei übrigbleibenden Lektionen wird auf einen Halbtag aufgerundet, ansonsten wird abgerundet. Weniger als insgesamt drei pro Semester bzw. Schuljahr gefehlte Lektionen werden nicht im Zwischenbericht/Jahreszeugnis eingetragen.

Die unentschuldigten Absenzen des ersten und des zweiten Semesters werden kumuliert, das heisst, im Zwischenbericht werden die unentschuldigten Absenzen des ersten Semesters, im Jahreszeugnis die unentschuldigten Absenzen des ganzen Schuljahrs ausgewiesen.

LehrerOffice: Erstellung der Beurteilungsinstrumente

Es wird abgeklärt, ob der Zugang für Sonderschulen ab dem Schuljahr 2020/2021 ermöglicht werden kann. Bis dahin werden die Beurteilungsinstrumente für Sonderschulen hier zur Verfügung gestellt.

Die gültigen Beurteilungsinstrumente sind nachfolgend nach Schulstufe geordnet aufgelistet. Bitte beachten Sie, dass die volle Funktionalität nur mit dem Adobe Reader ab Version 9 genutzt werden kann.

Einschätzungsbogen zur Selbst- und Sozialkompetenz (PDF, 456 KB)

Beurteilungsinstrumente Heilpädagogische Schulen

Beurteilungsinstrumente Sonderschulen (ohne HPS)

Kindergarten

Ab dem Schuljahr 2013/14 wird in allen Kindergärten des Kantons ein Einschätzungsbogen benutzt. Die Sonderschulen übernehmen den Einschätzungsbogen der Regelschule (ausser HPS). Er ist ein förderorientiertes Instrument und wird im Sinne einer Standortbestimmung eingesetzt und den Eltern einmal im Jahr abgegeben. Der Einschätzungsbogen wird auf dem offiziellen Zeugnispapier einseitig ausgedruckt und in der Zeugnismappe abgelegt.

Primarschule

Oberstufe

Sämtliche Beurteilungsinstrumente (Einschätzungsbogen Kindergarten, Zwischenbricht, Jahreszeugnis, Lernbericht) sowie die zugehörigen Deckblätter werden mit der Software "LehrerOffice" erstellt. Bei Fragen oder Problemen betreffend Installation und Nutzung von LehrerOffice steht allen Informatikverantwortlichen der Schulgemeinden der Supportdienst per E-Mail an support@lehreroffice.ch, oder per Webforum zur Verfügung. Mit einem kostenpflichtigen Supportabonnement kann zusätzlich die Telefon-Hotline von Roth Soft AG genutzt werden.

Der Registrationscode für die Kantonslizenz zur Nutzung der Vollversion von LehrerOffice kann bei der Abteilung Volksschule des Departements BKS bezogen werden (yves.bloechlinger@ag.ch; Tel. 062 835 20 43).

Das DB-Hosting von LehrerOffice, womit die Lehrpersonen ortsunabhängig auf die Schülerdaten zugreifen und arbeiten können, ist ein kostenpflichtiges Zusatzangebot von Roth Soft AG und ist von den Schulen selbständig zu finanzieren

Zeugnismappe

Die Beurteilungsdokumente (Einschätzungsbogen Kindergarten, Zwischenbericht, Jahreszeugnis, Lernbericht) werden jeweils einseitig ausgedruckt und in einer Zeugnispappe abgelegt. Zur besseren Lesbarkeit von Zwischenbericht und Jahreszeugnis kann eine Beilage angefügt werden, in der die Fächer und Promotionsbestimmungen dargestellt werden (gilt nicht für HPS).

Die Beurteilungsdokumente werden in folgender Reihenfolge in der Zeugnismappe abgelegt:

  • Deckblatt Zeugnismappe Kindergarten
  • Einschätzungsbogen Kindergarten (1x pro Jahr)
  • Deckblatt Zeugnismappe Primarschule
  • Zwischenberichte und Jahreszeugnisse Primarschule
  • Beilage Zeugnismappe Primarschule (mit den Erläuterungen zu den Promotionsbestimmungen an der Primarschule)
  • Deckblatt Zeugnismappe Oberstufe
  • Zwischenberichte und Jahreszeugnisse Oberstufe
  • Beilage Zeugnismappe Oberstufe (mit den Erläuterungen zu den Promotionsbestimmungen an der Oberstufe)

Rechtliche Grundlagen

Informationen zu diesem Inhalt

Oberstufenlehrperson, Primarlehrperson,