Ukraine-Krise

Mädchen von hinten vor der ukrainischen Flagge
© Adobe Stock

Schulen finden hier Informationen zu Fragen, die sich für sie im Zusammenhang mit aus dem Ukraine-Krieg geflüchteten Kindern und Jugendlichen ergeben.

Um möglichst allen Kindern und Jugendlichen einen Schulbesuch zu ermöglichen, werden die bestehenden Strukturen ausgebaut und der aktuellen Situation angepasst. Betroffene Schulen werden mit zusätzlichen Ressourcen ausgestattet.

Schulpflicht und Recht auf Schule

Grundsätzlich haben alle Kinder und Jugendlichen, die sich im Kanton Aargau aufhalten, unabhängig vom Aufenthaltsstatus das Recht und die Pflicht, die obligatorische Schule zu besuchen (§§ 3 und 4 des Schulgesetzes). Dies gilt auch für geflüchtete Kinder und Jugendliche aus dem ukrainischen Kriegsgebiet.

Gestaltungsraum an der Schule vor Ort

Das Departement BKS ist sich bewusst, dass nicht alle neu aufgenommenen Kinder per sofort in die bestehenden Schulstrukturen vor Ort integriert werden können. Massgebend sind die Möglichkeiten und personellen Ressourcen, die vor Ort zur Verfügung stehen. Den Gemeinden und Schulen soll genügend Zeit eingeräumt werden, um die nötigen Abklärungen und eine sorgfältige Planung unter Einbezug der involvierten Akteure zu tätigen.

Die ausserordentliche Situation erfordert es, dass die Schulen ihren Gestaltungsraum eigenverantwortlich nutzen. Dies gilt insbesondere für die Bereitstellung der geforderten Infrastruktur und die Personalplanungen sowie auch für die Gestaltung des Unterrichts.

Absenzen, Dispensation und Urlaub

Das nachfolgende Merkblatt fasst die in der Aargauer Volksschule geltenden Regelungen im Bereich Absenzen, Dispensation und Urlaub zusammen. Es steht auf Deutsch, Ukrainisch und Russisch zur Verfügung und kann bei Bedarf an Eltern ukrainischer Schülerinnen und Schüler abgegeben werden.

Schulpsychologische Beratung

Der Schulpsychologische Dienst bietet Schulen, Lehrpersonen, ukrainischen Kindern und ihren Familien zusätzliche Beratung und Kulturvermittlung durch zwei Ukrainisch sprechende Psychologinnen an. Diese arbeiten eng mit den zuständigen Schulpsychologen und Schulpsychologinnen der Regionalstelle des SPD zusammen. Sie bieten Schulbesuche, Beratungen vor Ort von Lehrpersonen, Eltern und Schülern und Schülerinnen an und unterstützen die jeweiligen Schulpsychologen und Schulpsychologinnen in ihrer Arbeit. Dieses zusätzliche Angebot wird vom Kanton finanziert und steht für die Nutzenden kostenlos zur Verfügung.

Anfragen per Telefon oder Mail an: Katrin Gossner, Sektionsleiterin SPD, 062 835 40 24, katrin.gossner@ag.ch

Übertritt Volksschule in Angebote der Sek II

Vorgehen für Regelschulen

Bei allen ukrainischen Schülerinnen und Schülern, die die Volksschulzeit abgeschlossen haben, gilt für Regelschulen folgendes Vorgehen:

Falls die Schülerin/der Schüler die Fortsetzung des Bildungswegs wünscht:

1. Informieren

Die Lernenden und ihre Erziehungsberechtigten werden durch die zuständige Lehrperson oder Schulleitung über den Volksschulabschluss informiert.

2. Anmelden

Die betreuende Lehrperson meldet die Jugendliche/den Jugendlichen beim CMI Angebot an: fbintegration@ag.ch

Das Case Management Integration (CMI) plant und initiiert die Integrationsprozesse der Flüchtlinge und vorläufig aufgenommenen Personen im Auftrag und in Zusammenarbeit mit dem Amt für Migration und Integration gemäss dem kantonalen Konzept zur Umsetzung der Integrationsagenda Schweiz. Das CMI führt eine Einstufung und Beurteilung der Deutschkenntnisse durch, welche für die Triage in das nachfolgende passende Angebot der kantonalen Schule für Berufsbildung (ksb) notwendig sind. Je nach individuellem Sprachstand und Vorbildung kann die ksb die Jugendlichen auch in anspruchsvollere Angebote als die Integrationskurse oder das Brückenangebot Integration (bspw. schulisches Brückenangebot an der ksb) einteilen oder sie für eine Mittelschule empfehlen.

Informationen zum Schul- und Bildungsangebot auf ag.ch

Die Anmeldung erfolgt unter der Betreffzeile: "Volksschulabgänger/-in (S) – Einstufung für ksb-Triage".

Im E-Mail an fbintegration@ag.ch müssen folgende Angaben angegeben werden:

  • Zemisnummer (000.000.000) (ist im Ausweis ersichtlich)
  • NAME, Vorname
  • Geburtsdatum
  • Anzahl Schuljahre in Herkunftsland
  • Besuchte Schule und Schulbesuchsdauer in Schweiz

Falls die Schülerin/der Schüler KEINE Fortsetzung des Bildungswegs wünscht:

1. Informieren

Die Lernenden und ihre Erziehungsberechtigten werden durch die zuständige Lehrperson oder Schulleitung über den Volksschulabschluss informiert.

2. Melden

Es erfolgt dennoch eine Meldung ans CMI (fbintegration@ag.ch) durch die betreuende Lehrperson. Diese Meldung dient der systematischen Erfassung.

Die Anmeldung erfolgt unter Betreffzeile: "Volksschulabgänger/-in (S) – keine Fortsetzung des Bildungswegs erwünscht". Im E-Mail an fbintegration@ag.ch müssen folgende Angaben zwingend angegeben werden:

  • Zemisnummer (000.000.000) (ist im Ausweis ersichtlich)
  • NAME, Vorname

Nützliche Dokumente und Links

Asyl und Schule

Ukrainisches Schulsystem und Unterrichtsmaterialien

Unterrichtsmaterialien zur Ukraine-Krise

Kontakte zu Übersetzerinnen/Übersetzern, Dolmetscherinnen/Dolmetschern

Das Instrument "ESKE - Ermittlung der schulsprachlichen Kompetenzen in der Erstsprache" der PH FHNW steht neu auch auf Ukrainisch zur Verfügung:

www.erstsprachkompetenz.ch

Das Institut Weiterbildung und Beratung der PH FHNW bietet in den Themenbereichen rund um Flucht, Migration, Traumatisierungen und psychisches Wohlbefinden von Kindern Unterstützungsangebote für Schulen, Schulleitungen und Lehrpersonen an. Ebenso stehen Angebote für ukrainische Lehrpersonen, die Aufgaben an der Aargauer Volksschule übernehmen möchten, zur Verfügung. Zudem findet sich auf der Seite ein Link auf die kostenlose Sprachlern-App "aCHo", die sich insbesondere für Asylsuchende aus der Ukraine und anderen Ländern eignet.

Weiterbildungs- und Beratungsangebote der PH FHNW, Link auf Sprachlern-App "aCHo" sowie zu weiteren InstitutionenDas Linkziel ist nicht barrierefrei. Bitte wenden Sie sich bei Fragen an unsere allgemeine Auskunft: Telefon 062 835 35 35, Montag bis Freitag, 07:30 - 17:00 Uhr.

Weiterführende Themen

  1. Beschulungsformen und Ressourcen

    Aus dem ukrainischen Kriegsgebiet geflüchtete Kinder, die sich im Aargau aufhalten, werden in die obligatorische Volksschule eingeschult. Die Beschulung erfolgt direkt in bestehenden Abteilungen oder zeitlich befristet in separaten Lernangeboten.

  2. Einsatz von schulischem Personal

    Für die separaten Lernangebote an der Volksschule braucht es zusätzliche Lehrpersonen, zudem können Assistenzpersonen eingesetzt werden. Auch werden Übersetzer/-innen mit Ukrainisch- oder Russisch-Kenntnissen gesucht.

Häufige Fragen und Antworten

Wie ist die Schulpflicht in Bezug auf geflüchtete ukrainische Kinder und Jugendliche mit Aufenthalt im Kanton Aargau geregelt?

Für alle Kinder und Jugendlichen mit Aufenthalt im Kanton Aargau gilt die Schulpflicht. Sie beginnt mit dem Eintritt in den Kindergarten und dauert elf Jahre oder bis zum erfolgreichen früheren Abschluss einer Grundausbildung an der Volksschule, längstens jedoch bis zur Vollendung des 16. Altersjahrs (§ 4 Abs. 1 Schulgesetz). Ebenso haben Kinder und Jugendliche mit Aufenthalt im Kanton Aargau das Recht, diejenigen öffentlichen Schulen zu besuchen, die ihren Fähigkeiten entsprechen und deren Anforderungen sie erfüllen (§ 3 Abs. 1 Schulgesetz). Schulpflicht und Recht auf Schulbesuch gelten unabhängig von einem allfälligen Aufenthaltsstatus des Kindes / des Jugendlichen. Ukrainischen Kindern und Jugendlichen im schulpflichtigen Alter, welche die Volksschule besuchen möchten, ist das Recht auf Schulbesuch zu gewähren, sobald die Schule eine entsprechende Einschulung organisiert hat. Für alle ukrainischen Kinder und Jugendlichen im schulpflichtigen Alter gilt nach einer Aufenthaltsdauer von mindestens zwei bis drei Monaten die Schulpflicht. Diese gilt es entsprechend durchzusetzen.

Sind der Aargauer Lehrplan und die Fächer gemäss ordentlicher Stundentafel für die ukrainischen Schülerinnen und Schüler verbindlich?

Für die ukrainischen Schülerinnen und Schüler, welche die Volksschule Aargau besuchen, ist der Aargauer Lehrplan grundsätzlich verbindlich.

Es gilt jedoch zu unterscheiden:

  • Für ukrainische Schülerinnen und Schüler, die in bestehenden Abteilungen integriert werden, gilt der Aargauer Lehrplan. Sie besuchen die Fächer gemäss ordentlicher Stundentafel. Es gelten die Grundsätze zur Förderung und Beurteilung von Schülerinnen und Schüler mit Deutsch als Zweitsprache.
  • Besuchen die ukrainischen Schülerinnen und Schüler ein separates Lernangebot "Ukraine", besteht ein gewisser Gestaltungsraum in Bezug auf die Unterrichtsinhalte. Die separaten Lernangebote dienen der Vorbereitung auf den Übertritt in die Regelklasse; im Vordergrund steht der gezielte Erwerb von Deutsch als Zweitsprache, wobei sich der Unterricht grundsätzlich am Aargauer Lehrplan orientiert. Die Gewichtung der Fächer und Unterrichtsinhalte richten sich nach den individuellen Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler. Es liegt somit in der Kompetenz der Schule vor Ort, zu entscheiden, welche Fächer – neben der gezielten Förderung in Deutsch als Zweitsprache – in welchem Umfang im Hinblick auf eine erfolgreiche Integration in die Regelklasse sinnvollerweise unterrichtet werden.

Welche Angebote gibt es für ukrainische Schülerinnen und Schüler mit besonderen schulischen Bedürfnissen?

Ukrainische Schülerinnen und Schüler mit besonderen schulischen Bedürfnissen (Lernschwierigkeiten, soziale Auffälligkeiten, Beeinträchtigungen, Behinderungen etc.) haben Zugang zu denselben Angeboten wie die übrigen Kinder mit besonderen schulischen Bedürfnissen und es gelten grundsätzlich dieselben Abläufe. Das heisst, dass im Bedarfsfall Fachpersonen wie beispielweise schulische Heilpädagoginnen/-pädagogen, Fachpersonen für Logopädie oder allenfalls der Schulpsychologische Dienst (SPD) beigezogen werden.

Kinder und Jugendliche, die im Zusammenhang mit Krieg und Flucht traumatische Ereignisse erlebt haben, erholen sich oft ohne fremde Hilfe, so dass anfänglich aufgetretene Symptome nach einiger Zeit wieder abklingen. Dauern sie aber an, das heisst, tritt nach ca. zwei Monaten keine Besserung ein, kann ein Beratungsgespräch mit dem Schulpsychologischen Dienst (SPD) hilfreich sein. Zudem steht auf der Seite "Schulpsychologischer Dienst" ein Merkblatt zur Verfügung, das Informationen und Anregungen zu einem unterstützenden und entlastenden Umgang mit traumatisierten Schülerinnen und Schülern enthält.

Zur Seite "Schulpsychologischer Dienst"

Können ukrainische Schülerinnen und Schüler von einzelnen Fächern dispensiert werden?

Aus wichtigen Gründen oder wenn die überdurchschnittliche Sachkompetenz im betreffenden Fach ausgewiesen ist, kann der Gemeinderat (oder je nach örtlichem Delegationsreglement die Schulleitung) Schülerinnen und Schüler dauerhaft von einzelnen Lektionen dispensieren (§ 14 Verordnung über die Volksschule). Dispensationen erfolgen nur in Ausnahmefällen. Geringe oder fehlende Kompetenzen in einem Fach sind kein Grund für eine Dispensation oder dafür, dass ein Kind in einem Fach nicht unterrichtet wird.

Was gilt für ukrainische Schülerinnen und Schüler betreffend Beurteilung und Promotion?

Bei Integration in Regelklasse:

Für ukrainische Schülerinnen und Schüler, die in bestehenden Abteilungen integriert werden, gelten die Grundsätze zur Förderung und Beurteilung von Schülerinnen und Schüler mit Deutsch als Zweitsprache. Für diese Schülerinnen und Schüler sind in den Fächern, in denen sie wegen ihrer Anderssprachigkeit die Lernziele nach Lehrplan voraussichtlich nicht erreichen können, mindestens für die Dauer der Fördermassnahmen in Deutsch als Zweitsprache entsprechend angepasste individuelle Lernziele festzusetzen.

Bei Schülerinnen und Schülern, bei denen in mindestens einem Fach keine Note gesetzt wurde, werden die Promotionsentscheide auf Grund einer Gesamtbeurteilung und mit Blick auf das Erreichen der angepassten Lernziele gefällt. Es werden die offiziellen Beurteilungsinstrumente "Förderplanung" und "Bericht angepasste Lernziele" verwendet.

Fehlt aufgrund eines Zuzugs während des Schuljahrs die erforderliche Anzahl an Beurteilungsbelegen, wird ein Zwischenbericht oder Jahreszeugnis ausgestellt, jedoch werden bei den Fächern, bei denen zu wenig Beurteilungsbelege vorhanden sind, keine Beurteilungen vorgenommen (Feld bleibt leer). Bei den Bemerkungen erfolgt ein Hinweis, dass eine Beurteilung mangels Belege aufgrund des unterjährigen Zuzugs der Schülerin / des Schülers nicht (oder nicht in allen Fächern) möglich ist.

Bei separatem Lernangebot "Ukraine":

Die Entscheidung, welche Instrumente zur Beurteilung und Förderung der ukrainischen Schülerinnen und Schüler in separaten Lernangeboten eingesetzt werden, liegt in der Kompetenz der Schule vor Ort. Empfohlen wird das Erstellen eines kurzen Berichts zu den bearbeiteten Unterrichtsinhalten und den schulischen Leistungen am Ende des Schuljahrs und/oder am Ende eines separativen Lernangebots beziehungsweise vor dem Wechsel in die Regelklasse. Auf der Seite "Beschulungsorm und Ressourcen" steht eine Vorlage zur Verfügung, die im Sinne einer Orientierungshilfe verwendet werden kann. Die Verwendung der Vorlage ist fakultativ, ebenso kann sie angepasst, erweitert, gekürzt etc. werden.

"Zur Seite "Beschulungsorm und Ressourcen"

Der Wechsel in die Regelklasse beziehungsweise die Zuweisung in eine entsprechende Schulstufe oder in einen Leistungstyp der Oberstufe erfolgt auf Grund einer Gesamtbeurteilung der zuständigen Lehrpersonen.

Können ukrainische Schülerinnen und Schüler mit Schutzstatus S an Schulreisen ins Ausland teilnehmen?

Ukrainische Schülerinnen und Schüler mit Schutzstatus S, die über gültige Reisedokumente verfügen, können sich frei bewegen und ohne weitere Abklärungen oder Auflagen an Schulreisen ins Ausland teilnehmen.

Zur Seite "Lagerwochen, Exkursionen & Schulreisen ins Ausland"

Haben die ukrainischen Schülerinnen und Schüler Anspruch auf Instrumentalunterricht und Zugang zu den Angeboten der Begabtenförderung?

Für die ukrainischen Schülerinnen und Schüler gilt dasselbe wie für die anderen Schülerinnen und Schüler, das heisst, sie können den ordentlichen Instrumentalunterricht als Wahlfach ab der 6. Klasse der Primarschule besuchen und haben Zugang zu den bestehenden Angeboten der Begabtenförderung.

Müssen ukrainische Schülerinnen und Schüler bei der Schulstatistik (Stichtag 15. September 2022) gemeldet werden?

Ukrainische Schülerinnen und Schüler werden in gleicher Weise bei der Schulstatistik gemeldet wie alle übrigen Lernenden.

Wie ist die Teilnahme an den vier Leistungstests (Check P3, P5, S2 und S3) bei ukrainischen Schülerinnen und Schülern geregelt?

Grundsätzlich nehmen alle Schülerinnen und Schüler an den Checks teil. Für Schülerinnen und Schüler mit angepassten Lernzielen in für den Check relevanten Fächern ist eine Nicht-Teilnahme im jeweiligen Fach möglich. In diesem Fall entscheidet die Klassenlehrperson in Absprache mit der DaZ-Lehrperson, dem Schüler / der Schülerin und den Erziehungsberechtigten, ob die Teilnahme am Check oder gewissen Teilen davon für den betroffenen Schüler / die betroffene Schülerin Sinn ergibt. Als Alternative zum Check kann zur Sichtbarmachung der Kompetenzen der Schülerin / des Schülers beispielsweise ein individueller Lernbericht erstellt werden.

Zur Seite "Checks"

Rechtliche Grundlagen

Informationen zu diesem Inhalt

Schulleitung, Schuladministration,